Schalldämmung

Schalldämmung: Die Akustik schon in der Bauphase optimieren

Unter Schalldämmung versteht man alle Schallschutz-Maßnahmen, die bereits bei der Errichtung des Gebäudes umgesetzt werden. Das Ziel ist dabei in erster Linie, die Ausbreitung von Schall zu minimieren, aber auch, die Raumakustik zu verbessern. Dies wird durch das Verhindern der Übertragung von Luft- und Körperschall erreicht. Welche Arten der Schalldämmung es gibt und wo diese zum Einsatz kommen, erfahren Sie im Folgenden.

Schalldämmung für eine optimale Akustik und Raumqualität

Sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich trägt eine optimale Raumakustik ganz wesentlich zur Konzentration, Entspannung und zum allgemeinen Wohlempfinden bei. Umgebungslärm und Geräusche, die als störend empfunden werden, schwächen die Aufmerksamkeit, führen zu frühzeitiger Ermüdung und verhindern oft ein vollständiges Entspannen. Die richtige Schalldämmung kann da Abhilfe schaffen.

Was fällt unter Schalldämmung?

Die Schalldämmung gilt als Grundlage der Bauakustik. Das bedeutet, dass darunter alle Maßnahmen zum Schallschutz fallen, die schon in der Bauphase eines Gebäudes umgesetzt werden und den Schall über die Räume hinweg dämmen.

Die richtige Schalldämmung sorgt dafür, dass sich Luft- und Körperschall weniger stark ausbreiten, wodurch unterschiedliche Räume akustisch voneinander getrennt werden können.

Der Lärm wird vor allem durch Wände und Decken übertragen und dringt so in andere Räume ein. Werden Gebäude neu gebaut oder Räume ausgebaut, sollte daher bereits an die Schalldämmung in Wand und Decke gedacht werden. Denn wenn diese Bauelemente akustisch gedämmt werden, können sie Schallwellen abhalten und externe Lärmquellen ausschalten.

 

Der Unterschied zwischen Schalldämmung und Schalldämpfung?

Im Gegensatz zur Schalldämmung werden Maßnahmen zur Schalldämpfung nicht bereits bei der Errichtung des Gebäudes umgesetzt, sondern meist erst im Nachhinein. Die Schalldämpfung dient vielmehr dazu, die Ergebnisse der bauseitigen Schalldämmung zu verfeinern.

Während sich die Schalldämmung auf den gesamten Raum und zum Teil auf das ganze Gebäude bezieht, geht es bei der Schalldämpfung in erster Linie um die Verbesserung der Akustik innerhalb eines Raumes. Dafür werden verschiedene schallabsorbierende Produkte wie Akustikvorhänge oder Akustikbilder eingesetzt, die punktuell angebracht werden.

In welchen Räumen wird Schalldämmung eingesetzt?

Eine hochwertige Schalldämmung kann vielfältig eingesetzt werden und kommt überall dort zur Anwendung, wo störende Umgebungsgeräusche minimiert werden sollen. Das betrifft zum einen natürlich private Wohnräumen, zum anderen aber auch Büroräumlichkeiten und Arbeitsstätten. Zudem finden Maßnahmen zur Schalldämmung seit jeher auch in der Musik- und Medienbranche Anwendung.

Schalldämmung in der Wohnung

Die Schalldämmung in der Wohnung muss an die Funktion des jeweiligen Raumes angepasst werden. In einem Arbeitszimmer werden beispielsweise andere Anforderungen an die Akustik gestellt als in einem Wohn- oder Schlafzimmer. Es sollte daher bereits vor dem Bau festgelegt werden, wie die einzelnen Räume genutzt werden und welche Raumakustik geschaffen werden soll.

In privaten Wohnräumen sind verschieden Lärmquellen ein Problem:

  • Geräusche, die von außen eindringen
  • Geräusche von Nachbarwohnung
  • Lärm aus angrenzenden Räumen

Bei der Schalldämmung muss der Fachmann also sowohl die Verbreitung von Schall aus Räumen nach außen als auch die Abschirmung von Geräuschen, die von außerhalb eindringen können, im Auge behalten. Dabei geht es vor allem darum, Decken, Wände, Fenster und Türen schalldicht zu machen.

Schalldämmung im Büro

Selbstverständlich ist Schallschutz auch im Büro und anderen Arbeitsstätten ein großes Thema. Wenn Mitarbeiter starken Lärmquellen ausgesetzt sind, wird die Konzentration und Arbeitsleistung in der Regel enorm gemindert.

In einer geräuscharmen Umgebung lassen sich auch Telefonate und vertrauliche Gespräche viel besser abwickeln.

In vielen Büro- und Geschäftsräumen kann eine Schalldämmung auch im Nachhinein eingebaut werden, und zwar durch ein praktisches Raum-in-Raum-Konzept. In der Industrie gewährleisten zum Beispiel Schallschutzräume den Betrieb lärmerzeugender Maschinen, ohne dass die Mitarbeiter in angrenzenden Arbeitsbereichen gestört werden.

 

Schalldämmung im Proberaum und Tonstudio

In der Musik- und Medienbranche ist eine optimale Schalldämmung ein Muss, denn nur so kann sichergestellt werden, dass die Geräuschkulisse nicht nach außen oder in angrenzende Räume dringt. Ganz entscheidend ist auch die Verbesserung der Akustik innerhalb des Raumes, um professionelle Aufnahmen zu erhalten.

Umsetzung der Schalldämmung im Raum

In den einzelnen Räumen wird die Schalldämmung grundsätzlich in der Decke und den Wänden umgesetzt und hat stets einen baulichen Charakter. Sie wird durch spezielle Baumaterialien, Komponenten und einen durchdachten Aufbau realisiert. Das Ziel ist dabei, dass der Körper- und Luftschall auf ein Minimum gesenkt wird. Um das zu erreichen, werden in Wand und Decke spezielle Dämmstoffe eingesetzt. Auch einzelne Estriche können zu einer besseren Schalldämmung beitragen.

Wie entsteht Lärm in einem Raum?

Lärm entsteht durch Schallwellen, die sich durch die Luft bewegen. Dabei wird zwischen Luft- und Körperschall unterschieden. Beim Luftschall handelt es sich um jenen Schall, der sich durch die Luft ausbreitet und im Bereich zwischen 20 Hz und 20.000 Hz vom menschlichen Gehör wahrgenommen wird. Trifft der Luftschall auf Festkörper wie Wände, Heizungen, Rohre oder Gegenstände im Raum wandelt er sich in Körperschall um und ist dann auch durch Vibration wahrnehmbar.

Schalldämmung der Wand

Lärm gelangt auf folgende Weise über die Wand von einem Raum in einen anderen:

  1. Der Lärm breitet sich über Luftschall aus.
  2. Der Luftschall trifft auf eine Wand und wir in Körperschall umgewandelt.
  3. Die Wand wird in Schwingung versetzt und der Schall wird durch das Mauerwerk geleitet.
  4. Am anderen Ende der Wand wird der Körperschall wieder in Luftschall umgewandelt.
  5. Der Luftschall wird im anderen Raum als Lärm wahrgenommen.

Je höher der Schalldruck ist, desto leichter können Wände durchdrungen werden. Die einzige Möglichkeit, die Ausbreitung des Schalls durch die Wand zu verhindern, ist eine hochwertige Schalldämmung. Diese wird häufig durch eine zweischalige Wandkonstruktion erzielt. Spezielle Platten und dicke Schaumstoffe sorgen ebenfalls dafür, dass der Schall die Wand nicht mehr so leicht durchdringen kann.

Anfrage zu Schalldämmung

Schalldämmung von Decke und Boden

Der Schall durchdringt aber nicht nur Wände, sondern breitet sich auch über Decken und Böden aus und wird so in angrenzende Räume übertragen. Ein besonderes Augenmerk muss hier auf die Trittschalldämmung gerichtet werden. Der Trittschall entsteht durch Körperschall beim Auftreten der Füße auf dem Boden und breitet sich über Decken und Wände aus.

Eine Schalldämmung der Decke kann sowohl über körperschall- als auch luftschalldämmende Maßnahmen erfolgen. Durch eine Trittschalldämmung mit schwimmendem Estrich wird beispielsweise der Körperschall gedämmt. Zur Dämmung des Luftschalls kommen spezielle Akustikdecken zum Einsatz.

Für die beste Schalldämmung – Materialien im Überblick

Bei der Schalldämmung von Wänden, Decken und Böden werden verschiedene schalldämmende Materialien, Estriche und Dämmstoffe eingesetzt.

Schalldämmung durch eine Akustikdecke

Eine spezielle Akustikdecke wird meist in Form einer Unterkonstruktion angebracht. Diese wird je nach den Anforderungen an den Brandschutz häufig entweder aus Holz oder Metall gefertigt. Verkleidet wird die Unterdecke oftmals mit Gipskarton- oder Gipsfaserplatten, Holzwerkstoffen oder Mineralfaserplatten. Für eine optimale Schalldämmung sorgen die Dämmmaterialien im Zwischenraum, die beispielsweise aus Steinwolle, Gips oder Melaminharz bestehen.

Schalldämmung einer Massivwand

Eine äußerst wirkungsvolle Schalldämmung von Massivwänden sind Vorsatzschalen. Das sind Verkleidungen, die freistehen oder selbsttragend vor einer Wand montiert werden. Das Prinzip ist fast das gleiche wie bei einer Akustikdecke. Die Vorsatzschalen bestehen aus einer Konstruktion aus Holz oder Metall, die mit Gipsplatten verkleidet wird. Als Dämmmaterial zwischen Außenwand und Ständerwerk kommen zum Beispiel Dämmplatten aus Hanf, Holzbaufilz, Stein-, Holz- oder Glaswolle zum Einsatz.

Schalldämmung einer Trockenbauwand

Als Trockenbauwand wird eine nichttragende Zwischenwand bezeichnet. Bei der Schalldämmung wird als Trockenbauprofil meist eine Metallkonstruktion verwendet. Diese wird in der Regel mit Gipsfaser- oder Gipskartonplatten umschlossen und mit schalldämmendem Material gefüllt.

Nachträgliche Schalldämmung: selbstklebende Schaumstoffe und Platten

Es gibt mittlerweile auch vielfältige Möglichkeiten, Wände nachträglich zu dämmen. Hierbei kommen spezielle Platten und Schaumstoffe zum Einsatz. Folgende Materialien sind besonders wirksam: Esterschaumstoffe, schwere Verbundschaumstoffe und Bitumenpappe. Bei der selbstklebenden Schalldämmung wird übrigens ebenfalls Schaumstoff verwendet.

Hochwertige Schalldämmung vom Profi

Die meisten Maßnahmen zur Schalldämmung werden bereits in der Bauphase umgesetzt und sind in der Regel auch viel wirksamer als nachträglich angebrachte Elemente. Es ist daher sinnvoll, sich bereits beim Bau oder Ausbau eines Gebäudes mit Schallschutz zu beschäftigen, um effektive Maßnahmen frühzeitig einplanen zu können.

Nur ein Profi im Bereich Schallschutz und Raumakustik kennt die optimalen Schallschutz-Maßnahmen für Ihr Gebäude oder Ihre Wohnung und kann Sie fachmännisch beraten. Eine professionell umgesetzte Schalldämmung blockt störenden Lärm ab und wird Ihre Arbeits- und Lebensqualität auf lange Sicht enorm verbessern.