Reflexion von Schall im Raum

Die moderne Raumgestaltung erfreut sich wachsender Beliebtheit. Helle Räume mit grossen Fenstern, möglichst keine Vorhänge und minimalistischer Einrichtungsstil sind einige wesentliche Kennzeichen. Doch so angenehm lichtdurchflutete und geräumige Zimmer auch sein mögen: Die unkontrollierte Reflexion von Schall ist meistens eine unwillkommene Begleiterscheinung. Erfahren Sie hier mehr über dieses Phänomen und mit welchen Lösungen die Raumakustik verbessert werden kann.

Reflexion – eine Definition

Alle wahrnehmbaren Geräusche, die bis zum menschlichen Ohr dringen, werden als Schall bezeichnet. Ausgehend von einer Schallquelle – dem Entstehungsort der Geräuschkulisse – breitet sich der Schall im ganzen Raum aus. Dabei treffen die einzelnen Schallwellen auf die Gesamtheit aller Objekte und Begrenzungen d.h. Einrichtung, Decke, Boden und Wände.

Weil sich Schall in verschiedenen Richtungen und Geschwindigkeiten ausdehnt, muss zwischen den folgenden drei Arten unterschieden werden.

  • Direktsignal: Schall, der auf direktem Weg – ohne vorher auf Hindernisse im Raum zu treffen – zum Hörer gelangt, wird als sogenanntes Direkt- bzw. Originalsignal bezeichnet. Bei der Ausbreitung im Raum vermischt es sich mit anderen Arten von Schallwellen: den frühen Reflexionen und dem Diffusschall. Je weiter die Schallquelle vom Hörer entfernt ist, desto leiser ist das Direktsignal im Vergleich zu den anderen Schallwellen.
  • Frühe Reflexionen: Schallwellen, die zuerst auf ein Objekt bzw. eine Begrenzung im Raum auftreffen und erst danach beim Hörer ankommen, werden als frühe Reflexionen bzw. Early Reflections bezeichnet. Sie sind kleine Echos, die akustisch gut voneinander getrennt werden können.
  • Diffusschall: Jene Schallwellen, die nicht nur einmal, sondern mehrmals im Raum reflektiert bzw. hin- und hergeworfen werden, bevor sie zum Hörer gelangen, sind als Diffusschall bekannt. Die einzelnen Echos haben sich zu einer ganzen Hallwolke zusammengeschlossen und können nicht mehr auseinandergehalten werden. Der Diffusschall trifft – aufgrund seiner Streuung – mit unterschiedlicher Verzögerung auf das menschliche Ohr.

Reflexion nach Raumbeschaffenheit

In jedem Raum haben Schallwellen zahlreiche Möglichkeiten, um sich auszubreiten. Je nach Raumbeschaffenheit – d. h. Art der Oberflächen im Raum - werden die einzelnen Echos schwächer oder stärker reflektiert. Grundsätzlich gilt: Je stärker die Schallwellen reflektiert werden, desto höher ist auch der Nachhall im Raum.

Ein hoher Widerhall entsteht, wenn es im Raum besonders viele schallharte Oberflächen gibt. Das sind glatte Flächen, die den Schall nicht aufnehmen, sondern die einzelnen Schallwellen nach dem Auftreffen wieder sofort an den Raum zurückgeben. Vor allem in geräumigen Zimmern mit wenig Einrichtung, ohne Teppiche und Vorhänge sowie mit grossen Fensterfronten ist mit einer verstärkten Schallausbreitung zu rechnen.

Schallreflexion - Auswirkungen

Die uneingeschränkte Ausbreitung der Schallwellen im Raum lässt den Lärmpegel ansteigen. Wenn sämtliche Geräusche durch den Widerhall lauter wahrgenommen werden, kann das negative Auswirkungen auf die Gesundheit sowie Konzentrationsfähigkeit haben.

Bei jedem störenden Geräusch schüttet der Körper Stresshormone (z. B. Adrenalin und Cortisol) aus. Der Blutdruck steigt, die Atemfrequenz nimmt zu und das Herz schlägt schneller. Stress, Müdigkeit, Aggressivität und Konzentrationsstörungen können die Folge sein. Um sowohl in den eigenen vier Wänden als auch am Arbeitsplatz gesund zu bleiben, muss die unerwünschte Schallausbreitung im Raum eingedämmt werden.

Schallabsorber: Reflexion von Schall vermindern

Um im Büro konzentriert zu arbeiten und nach getaner Arbeit entspannen zu können, muss für dementsprechende Ruhe im Raum gesorgt werden. Anstelle von schallharten Flächen, braucht es Oberflächen, die den Schall absorbieren d.h. aufnehmen. Je stärker die Absorptionsfähigkeit der jeweiligen Fläche dabei ist, desto weniger stark können sich die Schallwellen im Raum verbreiten.

Sogenannte Schallabsorber verbessern die Raumakustik nachweislich. Sie schaffen eine angenehme Atmosphäre, in der es sich zuhause entspannen und im Büro konzentriert arbeiten lässt. Diese Akustikelemente sind besonders lohnenswert, weil sie…

  • …den Nachhall reduzieren.
  • …für mehr Ruhe sorgen.
  • …die Verständlichkeit im Raum erhöhen.

Schallabsorber eignen sich für alle Räume mit vielen schallharten Oberflächen. Vor allem in öffentlichen Gebäuden, wie Schulen, Restaurants und Grossraumbüros kommen Schallabsorber oft zum Einsatz. Es gibt nicht nur den einen Schallabsorber. Die folgenden Modelle stehen Ihnen zur Auswahl, um die unkontrollierte Ausbreitung der Schallwellen im Raum massgeblich zu verringern.

Akustikdecke

Wenn die Schallabsorber nicht sofort ins Auge stechen sollen, lohnt sich die Anbringung an der Decke. Das Akustikelement kann dabei entweder als direkte Deckenbekleidung, als Unterdecke oder nur punktuell angebracht werden. In einem Neubau kann die Akustikdecke gleich integriert werden, aber auch nachträglich kann man sie problemlos montieren.

Die Akustikdecke reduziert die Schallausbreitung und ist gleichzeitig optisch ansprechend: Sie ist in verschiedenen Designs erhältlich. So ist z. B. eine gelochte Akustikdecke ein stilvolles Element in jedem Raum. Für ein besonderes Highlight kann gesorgt werden, indem mehrere kleine Lichtelemente an der Akustikdecke angebracht werden.

Akustikvorhang

In Räumen mit grossen Fenstern oder Fensterfronten braucht es einen geeigneten Schallabsorber. Eine sehr gute Möglichkeit ist hier ein Akustikvorhang. Dieses schallschluckende Element erfüllt gleich mehrere Funktionen auf einmal: Er bietet Sichtschutz, verringert die Reflexion von Schall und eignet sich als Raumtrenner.

Den Akustikvorhang gibt es in vielen verschiedenen Designs. Ob als transparenter Vorhangstoff, im organischen Stil in Leinen und Flachs oder in knalligen Farben: Mit einem Akustikvorhang wird es niemals langweilig. Die grosse Farb- und Designvielfalt ermöglicht eine gezielte Anpassung an die jeweiligen Räumlichkeiten.

Akustikbild

Für Kunstbegeisterte, bei denen nicht nur die Funktionalität, sondern auch die Optik stimmen muss, lohnt sich ein Akustikbild als Schallabsorber. Diese schallschluckenden Bilder bestehen aus einem Akustikkern aus Polyestervlies und einem UV-beständigen Textilstoff in unterschiedlichen Materialien. Akustikbilder nehmen die einzelnen Schallwellen sehr gut auf und verhindern eine Reflexion nach dem Auftreffen.

Akustikbilder sind wohl die dekorativsten unter den Schallabsorbern. Sie lassen sich entweder mit einem vorgegebenen oder einem eigenen Motiv bedrucken. Ob eine bezaubernde Winterlandschaft, ein abstraktes Muster oder ein Foto vom vergangenen Städteurlaub: Hier sind den Gestaltungsmöglichkeiten keine Grenzen gesetzt. Somit überzeugen Akustikbilder mit ihrer Absorberfähigkeit sowie ihrem optischen Erscheinungsbild.

Akustikplatten

Eine weitere Möglichkeit, um die Schalldämmung an der Wand anzubringen, bieten Akustikplatten. Wie die Akustikbilder bestehen sie aus einem Kern aus Akustik-Polyester der höchsten Absorptionsklasse. Die Schallwellen werden aufgenommen und in Wärme umgewandelt.

Akustikplatten zeichnen sich durch ihr zeitloses Design aus – sie passen zu jedem Einrichtungsstil. Es gibt sie in unterschiedlichen Farben und Materialien. Zudem ist es möglich, sie entweder an der gesamten Wand oder punktuell als Einzelelemente anzuordnen. Diese Schalldämmplatten sind ideal, um die Reflexion von Schall zu reduzieren.

Geringe Reflexion von Schall für ein optimales Raumklima

Die moderne Raumgestaltung bringt viele neue Herausforderungen mit sich. Schallharte Oberflächen, wie einzelne Fenster oder ganze Fensterfronten sowie eine spärliche Einrichtung mit nur wenigen Möbelstücken sorgen für einen verstärkten Widerhall. Damit sich Schallwellen im Raum nicht ungehindert ausbreiten, gibt es gezielte Massnahmen, die man setzen kann. Verschiedene Schallabsorber sorgen für eine verminderte Reflexion von Schall. So entsteht ein ideales Raumklima – egal, ob im eigenen Zuhause oder am Arbeitsplatz.