Schalldämmung & Schallabsorption

Strassengeräusche, Bauarbeiten oder ein schreiendes Baby in der Nachbarschaft: Lärm ist ein ständiger Alltagsbegleiter. Dabei kann eine unangenehme Geräuschkulisse unter anderem Konzentrationsschwierigkeiten und einen erhöhten Stresspegel hervorrufen. Lesen Sie hier mehr über Schalldämmung sowie über Schalldämpfung und wie mit diesen beiden Massnahmen Lärm in unterschiedlichen Räumen reduziert werden kann.

Was ist Schall?

Um zu verstehen, wie Schalldämmung und Schalldämpfung funktionieren, muss man zunächst wissen, was Schall ist, wie er entsteht und wie er sich fortpflanzt. Physikalisch gesehen, handelt es sich bei Schall um eine Welle, die sich innerhalb einer Schallquelle ausbreitet. Man unterscheidet zwischen drei Arten von Schall:

  • Luftschall wird beispielsweise von Menschen und z. B. Maschinen erzeugt. Er breitet sich – wie seine Bezeichnung bereits verrät – in der Luft aus. Luftschall wird reflektiert, unterbrochen oder vermindert, wenn er auf feste Gegenstände (z. B. Bauteile) trifft.
  • Körperschall entsteht durch Körper, die in Schwingung geraten (z. B. Waschmaschine). Ausgehend davon breiten sich die Schallwellen im ganzen Raum aus. An der Körperoberfläche wandelt sich Körperschall in Luftschall um – nur in dieser Form wird er dann als letztendliches Geräusch vom menschlichen Ohr wahrgenommen.
  • Trittschall ist eine Sonderform des Körperschalls. Er entsteht durch Schritte oder fallende Gegenstände, die als Luftschall von den Wänden und der Decke reflektiert werden.

Wie breiten sich Schallwellen aus?

Schall wird grundsätzlich durch sich bewegende Luftmoleküle erzeugt. Das lässt sich anhand eines Beispiels aus der Musik sehr gut veranschaulichen. Gitarristen bringen beim Musizieren die Saiten ihres Instruments zum Schwingen. Gleichzeitig wird die Umgebungsluft in Schwingung versetzt, wodurch eine Schallwelle entsteht.

Die Luft wird genau an dieser Stelle zusammengedrückt, was den dort herrschenden Luftdruck erhöht. Somit ist Schall nichts anderes als eine Veränderung des Luftdrucks. Die Schallwelle breitet sich in weiterer Folge immer weiter aus, sodass sie in kürzester Zeit auf das Trommelfell trifft. Von dort wird sie als Signal an das Gehirn weitergeleitet. Dadurch wird der Klang der schwingenden Gitarrensaiten als solcher wahrgenommen.

Grundsätzlich gilt: Jegliche Form des Körper- und Luftschalls wird innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde als Geräusch wahrgenommen. Je grösser der erzeugte Schalldruck ist, desto lauter wird die jeweilige Geräuschkulisse empfunden.

Schalldämmung vs. Schallabsorption

Die Lärmbelastung im Raum kann durch ausgewählte schallisolierende Massnahmen verringert werden. Eine wirksame Schalldämmung sowie Schalldämpfung berücksichtigen stets eine Reihe von bestimmten Aspekten. So sollen sie…

  • …das Gebäudeinnere vor Aussenlärm schützen.
  • …die Schallausbreitung aus dem Gebäude vermeiden.
  • …die Schallübertragung zwischen einzelnen Räumen verringern.
  • …die Raumakustik nachweislich verbessern.

Schalldämmung und Schallabsorption werden leider viel zu oft miteinander verwechselt. In vielen Fällen werden die beiden Begrifflichkeiten fälschlicherweise als Synonyme verwendet. Diese beiden Massnahmen zur Schallreduzierung beziehen sich allerdings auf verschiedene Bereiche. Deshalb müssen sie immer klar voneinander unterschieden werden.

Schalldämmung

Die Schalldämmung findet ihren Platz in der Bauakustik. Das bedeutet, dass schalldämmende Massnahmen bereits in der Phase der Gebäudeerrichtung umgesetzt werden. Im Idealfall unterbrechen oder verhindern sie die Ausbreitung von Luft- und Körperschall in beispielsweise angrenzende Räumlichkeiten oder Nachbarswohnungen.

Sinnvoller Schallschutz beim Gebäudebau umfasst luftschalldämmende Massnahmen (z. B. abgehängte Unterdecken) sowie körperschalldämmende Methoden (z. B. schwimmende Estriche und Eindämmung von Trittschall).

Mehr erfahren über Schalldämmung

Schallabsorption

Schalldämpfung bzw. Schallabsorption ist ein Merkmal der Raumakustik. Dabei geht es um die Absorption von Luftschall mittels ausgewählter Materialien. Die Schallwellen treffen auf das jeweilige Material auf und werden idealerweise absorbiert d.h. verschluckt. Danach werden sie in – für den Menschen nicht fühlbare – Wärme umgewandelt.

Mit schalldämpfenden Massnahmen kann also die Raumakustik verändert bzw. verbessert werden. Der Nachhalleffekt, der sich aus der Reflexion der Schallwellen an festen Gegenständen ergibt, wird vermindert. Dazu werden beispielsweise Akustik-Deckensegel an ausgewählten Stellen im Raum angebracht.

Möglichkeiten zur Schalldämmung

Es gibt verschiedene schalldämmende Massnahmen, die – je nachdem, wo sie im Raum angebracht sind – unterschieden werden. Ein hochwertiger Schallschutz ist immer dann vorzufinden, wenn sämtliche Bauteile bei der Gebäudeerrichtung gegen Schall sicher gemacht worden sind.

Schalldämmung für die Wand

Schallwellen treffen in Form von Luftschall auf die Wände auf. Infolgedessen geraten die Wände in Schwingung. Dadurch gelangen die Schallwellen in den Nachbarraum und werden dort als Geräusch – und schlimmstenfalls als Lärmquelle – wahrgenommen. Schalldämmende Massnahmen sorgen dafür, dass sich Luftschall nicht durch die Wände hindurch ausbreitet. Ein wirkungsvoller Schallschutz für die Wand ergibt sich unter anderem durch…

  • Vorsatzschalen: Das sind Verkleidungen, die entweder freistehend sind oder direkt an einer Massivwand befestigt werden. Dafür werden Materialien mit schalldämmender Wirkung (z. B. Steinwolle oder Gipskarton-Schallschutzplatten) verwendet.
  • spezielle Mauersteine: Insbesondere Tonziegel eignen sich perfekt zur Behinderung der Schallausbreitung im Bereich der Wände. Wenn sie zusätzlich mit Perlit oder Mineralwolle gefüllt sind, erhöht sich der Schallschutz um ein Wesentliches.

Schallschutz für Decke und Boden

Schall breitet sich nicht nur durch die Wände aus. Auch Decke und Boden reflektieren die Schallwellen in Form von Luft- und Körperschall. Deshalb ist ein geeigneter Schallschutz in diesem Fall genauso wichtig. Bei schallisolierenden Massnahmen für Decke und Boden ist vor allem auf eine Trittschalldämmung mit z. B. schwimmenden Estrichen zu achten. Weiters empfehlen sich die folgenden Massnahmen:

  • Abgehängte Decke: Darunter versteht man eine etwas tiefer gelegte Decke, die einen erhöhten Schallschutz bietet. Mittels einer abgehängten Decke werden z. B. schalldämmende Polyesterplatten von maxakustik montiert.
  • Akustikdecke: Als Deckenbekleidung oder Unterdecke befestigt, sorgt eine Akustikdecke für eine Verbesserung der Raumakustik. Sie erfüllt nicht nur einen praktischen Nutzen, sondern wertet den jeweiligen Raum ästhetisch auf. Akustikdecken sind nämlich mit verschiedenen Oberflächenstrukturen und in unterschiedlichen Materialien erhältlich.

Schalldämmung für Tür und Fenster

Der Grund für einen erhöhten Lärmpegel im eigenen Wohnraum können schlecht isolierte Türen und Fenster sein. Spalten, Ritzen und Löcher müssen zuerst beachtet werden, bevor schalldämmende Massnahmen eingesetzt werden können. Wirkungsvoller Schallschutz ergibt sich z. B. durch…

  • Akustikschaumstoff: Es handelt sich hier um einen speziellen Schaumstoff, der Schallwellen aufnimmt und verschluckt. Die Schallwellen dringen in den Schaumstoff ein, werden dort abgebremst und in weiterer Folge in Wärme umgewandelt. Die Absorption von Schall geschieht besonders effizient in porösen Materialien.
  • Akustikvorhang: Fenster zählen zu den schallharten Oberflächen und reflektieren Schallwellen sehr stark. Vor allem für Räume mit vielen grossen Fenstern lohnen sich schallschluckende Akustikvorhänge. Diese nehmen Schall auf, reduzieren den Nachhall und sorgen gleichzeitig für Sichtschutz.

Bessere Raumakustik mit Schalldämpfung

Neben schalldämmenden baulichen Massnahmen verbessert eine sinnvolle Schalldämpfung die akustischen Eigenschaften eines Raumes. In erster Linie soll die Nachhallzeit um ein Wesentliches reduziert werden. Im Idealfall steigen dadurch Sprachverständlichkeit und Konzentrationsfähigkeit.

Ob im Büro, in Schulen oder im eigenen Wohnbereich: Schalldämpfende Methoden lohnen sich! Die folgenden Möglichkeiten sorgen für ein besseres akustisches Raumklima. Gleichzeitig sind sie dekorative Elemente, die den jeweiligen Raum verschönern und ihn zu einem echten optischen Blickfang machen.

  • Ein Akustikbild ist ein schallabsorbierendes Bild, mit dem die Wand dekoriert werden kann. Seine innere Oberfläche besteht aus einem Akustikkern aus Polyestervlies, der die Schallausbreitung durch Absorption vermeidet. Für Akustikbilder stehen viele vorgefertigte Motive zur Auswahl. Falls kein passendes dabei ist, können auch eigene Fotos ausgewählt werden.
  • Akustikleuchten erfüllen gleich drei verschiedene Funktionen. Sie bestehen einerseits aus Materialien, die eine schalldämpfende Oberfläche aufweisen und somit die Nachhallzeit gezielt reduzieren. Andererseits sorgen sie für eine optimale Raumbeleuchtung. Zusätzlich sind sie in verschiedenen Farben erhältlich, was sie zu einem wahren Hingucker macht.
  • Akustikplatten werden zur Schalldämpfung an der Wand angebracht. Sie bestehen aus einzelnen Paneelen, die Schall aufnehmen und somit den Lärmpegel verringern. Neben ihrem praktischen Zweck sehen die Akustikplatten sehr schick aus. Es gibt sie in unterschiedlichen Farben und Mustern. Die Paneele können zudem je nach Geschmack an der Wand angeordnet werden.

Ein zu hoher Lärmpegel kann das eigene Wohlbefinden massgeblich beeinträchtigen. Dabei umfasst Lärm alle störenden Geräusche, die durch Schallwellen zum menschlichen Ohr gelangen. Die Schallausbreitung kann durch eine wirksame Schalldämmung und Schalldämpfung von ganzen Gebäuden sowie ausgewählten Räumen reduziert werden. So entsteht eine angenehme Ruhe, die Gespräche wieder verständlich macht und die Konzentrationsfähigkeit steigert.