Trittschalldämmung: unverzichtbare Baumassnahme

Trittschall ist die Art von Störschall, die durch Schritte erzeugt wird und über den Boden in darunterliegende Räume gelangt. Bestenfalls ist er ein Störfaktor, schlimmstenfalls beeinträchtigt er sogar die Gesundheit, indem er Unbehagen, Kopfschmerzen und Schlafprobleme verursacht. Mit den passenden Dämmmassnahmen kann man den Trittschall merklich verringern und für mehr Wohlbefinden sorgen. Im folgenden Ratgeber lesen Sie alles Wissenswerte rund um die Trittschalldämmung.

Trittschalldämmung: Was ist Trittschall und wie entsteht er?

Der Trittschall ist eine Form des Körperschalls. Eigentlich entsteht Körperschall immer dann, wenn Luftschall auf schallharte Oberflächen trifft – dieser versetzt die Wände bzw. Bausubstanz in Schwingung.

Aber nicht nur das Aufprallen von Luftschall auf harte Oberflächen verursacht Körperschall, sondern auch das Aufeinandertreffen von zwei Festkörpern. Je fester diese Körper sind, desto mehr Schall wird übertragen. Die Schwingungen sind in umliegenden Räumen wahrnehmbar – idealerweise nur geringfügig, aber unter Umständen auch sehr intensiv.

Wie entsteht Trittschall?

Ob es sich nun um einen Neubau handelt oder um einen Altbau – unsere Wohnräume sind rundum geprägt von schallharten Oberflächen wie den Wänden, den Holz-, Vinyl-, Fliesen- und Laminatböden und weiteren Elementen aus Glas, Stahl, Holz, Beton und diversen Kunststoffen.

All diese Oberflächen sind nicht zur Schallabsorption in der Lage. Entweder werden – wie beim Luftschall – die Schallwellen zurück in den Raum reflektiert, oder sie versetzen – im Falle des Trittschalls – die Bausubstanz in Schwingung.

Passiert dies auf dem Boden bzw. trifft ein Festkörper wie der Fuss – mit oder ohne Schuhe – auf einen anderen Festkörper wie den Bodenbelag, so handelt es sich um Trittschall. Nicht nur Schritte erzeugen ihn, sondern auch schleudernde Waschmaschinen, Staubsauger, rückende Stuhlbeine und das Verrutschen von Möbeln. Bei den Nachbarn unter der eigenen Wohnung schwingt dadurch die Decke.

Was ist Gehschall?

Was den Trittschall im Raum, in dem er entsteht, angeht, so spricht man vom Gehschall. Beim Gehschall handelt es sich um die Art Schall, die man beim Gehen im Senderaum selbst hören kann. Der Trittschall wiederum ist der Schall, der durch den Boden fährt. Den Trittschall hören also die Nachbarn über ihre Decke.

Trittschallisolation: Welche Vorschriften gibt es?

Die Reflexion von Schall bzw. dessen Übertragung in umliegende Räume verhindert man durch zielgerichtete Methoden der Schalldämmung und Schalldämpfung. Trittschalldämmungen gehören zum Bereich der Schalldämmung und sind somit Teil der Bauakustik.

Die Bauakustik bezieht sich auf akustisch wirksame Massnahmen, die bereits beim Bau eingeplant und umgesetzt werden. Nachträglich durchführbare Verbesserungen wie das Anbringen von Wandabsorbern fallen in die Kategorie Schalldämpfung und gehören zur Raumakustik.

Trittschalldämmung wird verlegt

Neuer Boden: Trittschalldämmung gemäß DIN

Im Zuge von Neubauten und bei Sanierungen ist es beispielsweise Pflicht, eine Trittschalldämmung zu verbauen. Geregelt werden die baulichen Pflichten im Rahmen der DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“.

Ziel soll sein, Bewohner und Bewohnerinnen vor unzumutbaren Belästigungen zu schützen. Diese Mindestanforderungen können um individuelle Vorgaben ergänzt werden, die einen umfassenderen Schutz vor Lärmbelastungen vorsehen.

Für eine nachträgliche Trittschalldämmung hat man nicht viele Möglichkeiten. Verlegt man jedoch dicke Teppiche wie etwa einen Perser, so bekommt man das Problem einigermaßen in den Griff. Mit baulichen Möglichkeiten kann ein Teppich jedoch nicht mithalten. Auch sollte kein neuer Bodenbelag einfach über einen alten Teppichboden gelegt werden, da dies keine Isolationsschicht ist.

Trittschallisolation nach SIA 181

Ebenfalls relevant, vor allem in der Schweiz, ist die Norm SIA 181, die sich ebenfalls auf den Schallschutz im Hochbau bezieht und den Schutz gegenüber hausexternen sowie hausinternen Lärmquellen definiert. Sie gilt für Neubauten und Umbauten.

Auch die SIA 181 unterscheidet zwischen den Mindestanforderungen an den Schallschutz, der gravierende Störungen verhindern soll, und den erhöhten Anforderungen, die einen Schutz gewährleisten sollen, der beim Grossteil der Menschen für Wohlbefinden sorgt. Die erhöhten Anforderungen sind um 3 Dezibel (dB) strenger, also niedriger, wie die Mindestanforderungen an den Lärmschutz.

Wichtig: Im Zuge von Neubauten (Einfamilienhäuser, Doppel- und Reihen-Einfamilienhäuser, Stockwerk-Eigentumswohnungen) sind die erhöhten Anforderungen pflichtmäßig zu erfüllen. Mindestanforderungen sind stets Pflicht, nicht nur bei Wohnbauten.

Welche Trittschalldämmungen gibt es? Natur- und Kunststoffe

Es gibt verschiedene Arten von Trittschalldämmungen, die sich für unterschiedliche Bodenbeläge eignen. Die beliebtesten Materialien sind Holzfaserplatten, Hanffilz, Kork oder Kunststoffe wie PE-Schaum. Diese Stoffe werden zwischen dem Rohbauboden und dem Bodenbelag verlegt bzw. ausgerollt.

Wichtig ist, dass der Bodenbelag nicht direkt auf dem Estrich (schwimmend) verlegt wird. Wird hingegen der Bodenbelag mit dem Untergrund verklebt, dann reduziert dies den Trittschall merklich, da durch die Verklebung der Boden nicht mehr so stark in Schwingung gerät.

Naturstoffdämmungen

Trittschalldämmungen aus natürlichen Stoffen sind etwa Produkte aus Kork und Holzfaser. Besonders an ihnen ist einerseits die gute Trittschalldämmung und auch ihre Wärmedämmleistung. Dies ist grundsätzlich positiv zu bewerten, bedeutet jedoch, dass eine Naturstoff-Trittschalldämmung nicht für Böden mit Fussbodenheizung geeignet ist.

Korkrolle für die Trittschallisolation des Bodens

Ebenfalls sind die Naturmaterialien in Herstellung und Verarbeitung weit umweltschonender als Kunststoff-Schäume. Sie lassen sich in der Regel zu 100 % recyclen.

 Holzfaserplatten

Holzfaserplatten können mit ihrer Dämmleistung überzeugen, denn sie schaffen es, die Belastung durch den Trittschall um beinahe 20 Dezibel zu senken. Die Platten sind zu 100 % recyclebar.

Kork

Kork kann in Form von Platten sowie Rollen auf dem Untergrund verlegt werden. Es erzielt hervorragende Schalldämmwerte und eignet sich zudem auch für das Verlegen über der Fussbodenheizung. Auch Kork ist hervorragend zu recyclen.

Kunststoffdämmungen

Bei Kunststoffdämmungen gegen den Trittschall handelt es sich in der Regel um harte Schaumstoffe. Hier gibt es verschiedene Ausführungen, die Kunststoffdämmungen ein überzeugendes Mass an Dämmleistung. Was bedacht werden sollte, ist, dass Kunststoffdämmungen für ein Mass an Umweltbelastung verantwortlich sind, sie lassen sich auch nicht gut recyclen.

Polystyrolplatten werden für die Trittschallisolation verlegt

PE-Schaum

PE-Schaum oder Polyethylenschaum ist ein beliebtes Material für Dämmungen – viele haben zusätzlich eine Dampfbremsfolie, die es braucht, wenn ein Bodenbelag direkt auf dem Estrich verlegt wird. PE-Trittschalldämmung eignet sich besonders, wenn eine Fussbodenheizung vorhanden ist. Die PE-Matte sollte dicker sein, je härter der Boden ist.

Die Dampfbremsfolie ist eine Feuchtigkeitsisolierung, die nötig ist, wenn ein Belag auf einem mineralischen Untergrund wie Naturstein oder Keramikfliesen verlegt wird. Meist kommt eine PE-Folie als Dampfbremse zum Einsatz. Diese ist kein Ersatz für eine Trittschalldämmung aus PE (wie der PE-Schaum).

 Polystyrol

Auch Polystyrol-Schaumplatten kommen häufig zum Einsatz. Dieses Material bietet gute Wärmedämmung, viel besser als PE-Schaum, was es für die Verlegung auf einer Fußbodenheizung ungeeignet macht. Für Parkett und Laminat hingegen ist Polystyrol gut geeignet.

Trittschalldämmung: Parkett, Vinyl, Fliesen

Holzdielenboden, Parkett, Laminat, Vinyl, Fliesen – die Auswahl an Bodenbelägen ist gross. Manche von ihnen verlangen nach einer speziellen Trittschalldämmung, während andere Bodenbeläge gar nicht heikel sind.

  • Parkett & Laminat: Beide Materialien übertragen aufgrund ihrer Härte viel Trittschall. Es können aber fast alle Dämmungen verwendet werden. Man erzielt mit Kunststoffen wie PE-Schaum die größte Wirkung. Bei Fussbodenheizungen muss man in der Regel auf Schwerschäume setzen, um auch eine befriedigende Dämmung zu bekommen.
  • Fliesenboden: Für Fliesen gibt es eigene Fliesendämmplatten, die etwa 2 bis 4 mm dick sind. Sie vermindern zudem die Rissgefahr.
  • Vinylboden: Vinyl und Designböden sind eher weich, was bedeutet, dass sie bereits ein Mass an Trittschall dämmen und demnach nur eine dünne zusätzliche Dämmung brauchen.
  • Dielenboden: Trittschalldämmungen aus Holzfaser eignen sich für neue und alte Dielen.

Hinweis: Es ist auf keinen Fall empfehlenswert, Trittschalldämmungen einfach doppelt übereinander zu verlegen. Dies bedeutet nicht automatisch die doppelte Wirkung.

 Fazit: Trittschalldämmungen sorgen für Wohlbefinden

Im Zuge von Neu- und Umbauten ist eine Trittschalldämmung Pflicht. Ohne gezielte Dämmmassnahmen kann die Lärmbelastung Stress und Schlafprobleme verursachen und das Wohlbefinden stark beeinträchtigen. Aus Natur- oder Kunststoffmaterialien gefertigt, gibt es Trittschalldämmungen für jegliche Art von Bodenbelag – von Fliesen über Hölzer bis zu Vinyl. So gewährleistet man, dass die Nachbarn nicht unter dem Lärm leiden, den man durch Schritte in der Wohnung erzeugt.

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