Wieso ist die Optimierung der Raumakustik zu empfehlen?

Besonders bei der Arbeit werden laute Geräusche zunehmend als unangenehm wahrgenommen. Sie führen nicht nur zur Konzentrationsschwäche und beeinträchtigen die Produktivität sondern auch das allgemeine Wohlbefinden. Anhaltender Lärm ist eine psychische Belastung und führt zu Stress, was sowohl die körperliche als auch die seelische Verfassung verschlechtert. Lärm muss nicht zwangsläufig Baulärm oder Verkehrslärm bedeuten. Auch die Stimmen von vielen Menschen die sich unterhalten oder lachen können sich durch ungünstige Bedingungen wie zum Beispiel Betondecken zu einer erheblichen Belastung entwickeln, die nicht unterschätzt werden sollte. Aus diesem Grund ist in vielen Räumen eine Optimierung der Raumakustik zu empfehlen, um die Lärmbelastung zu vermindern. Weiterhin kann durch fachgerechte Verbesserung der Raumakustik daran gearbeitet werden, die Sprachversändlichkeit zu erhöhen und den Nachhall zu mindern, was besonders in Konferenzräumen oder Hörsälen hilfreich ist. Um also ein so angenehmes und gesundes Raumklima wie möglich zu schaffen, das förderlich für die Produktivität und das Wohlbefinden ist, empfehlen wir Ihnen sich über eine Raumakustik Optimierung nachzudenken. 

Wo und wann ist die Verbesserung der Raumakustik angebracht?

Unangenehme Geräusche können schnell entstehen, besonders in Räumen, in denen sich viele Menschen aufhalten und durcheinander reden. Auch große Räume mit nackten Wänden oder Druchgangszimmer sind prädestiniert für die Entwicklung einer schlechten Raumakustik, die eine Belastung für das menschliche Gehör darstellen. Zum Beispiel in Schulen und Kitas, Grossraumbüros und Sitzungsräumen, Hotelzimmern oder Kantinen ist häufig eine Optimierung der Raumakustik nötig, da diese über Räume verfügen, in denen es zu einer hohen Lärmentwicklung kommt. Auch für Räume, in denen Musik gemacht werden soll, ist es empfehlenswert mit Produkten zur Verbesserung der Akustik zu arbeiten, um ein optimales Klangerlebnis zu erreichen. 

Was können Sie tun, um die Raumakustik zu verbessern?

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, die Raumakustik zu verbessern. Wir von akustikform wissen, dass jeder Raum unterschiedliche Bedürfnisse hat, und haben aus diesem Grund eine Vielzahl an verschiedenen Lösungen in unserem Sortiment, zwischen denen Sie sich entscheiden können. Neben hochwertiger Technologie legen wir großen Wert auf eine schöne Optik, sodass nicht nur die Raumakustik sondern auch die Innenarchitektur des Raumes profitiert. Die modernen Designs und innovativen Materialien schaffen eine tolle Atmosphäre und sehen hochwertig und modern aus. Unsere Auswahl an Produkten erstreckt sich von dezenten und mobilen bis zu grossflächigen und permanenten Massnahmen.  

 

Die Decke ist häufig eine große leere Fläche, die zur Raumakustik Optimierung allerdings gut genutzt werden kann. Mithilfe von akustischen Deckensegeln können störenden Schallreflektionen effektiv reduziert werden. Die Deckensegel lassen viel Spielraum für die Installation von Lichten und fügen sich mit innovativen Designs toll in die Optik eines Raumes ein.  Gibt es ungenutzte Wandfläche kann dort ein Akustik Wandpaneel als Schallabsorber installiert werden. 

 

Für Büros mit weitläufiger Architektur und vielen Arbeitsplätzen eignen sich Raumtrennwände oder Meeting Pods, um die Arbeitenden vor Lärmbelastung zu schützen und die Raumakustik zu verbessern. Mit Trennwänden können innerhalb eines grossen Raumes kleinere Segmente abgeteilt werden, was sowohl dem Schallschutz als auch dem Brandschutz zugutekommt. Ein großer Vorteil unserer Raumtrennwände ist, dass Sie aus Glas sind, so wird die offene und helle Architektur eines Raumes beibehalten. Meeting Pods sind dafür gedacht, ruhige Arbeitsplätze innerhalb eines grossen Raumes zu schaffen, sodass sowohl die Menschen innerhalb als auch außerhalb vor dem Schall geschützt werden. Die Meeting Pods bieten Privatsphäre für Meetings oder Unterredungen und auch eine geschützte und ruhig Atmosphäre für schwierige und konzentrationsintensive Aufgaben.

 

Bietet der Raum, dessen Raumakustik verbessert werden soll, keinen Platz für großflächige Veränderungen, gibt es auch hier Möglichkeiten die Raumakustik zu verbessern. Zum Beispiel mithilfe von Akustikvorhängen, Akustikbildern oder Totems. Diese Produkte sind platzsparend und mobil und bieten außerdem einen Mehrwert als Dekoration. Überzeugen Sie sich selbst von der Vielseitigkeit der von uns angebotenen Produkte und entdecken Sie die optimale Lösung für Ihren Raum. 

 

Unser Anspruch an Raumakustik ist Qualität und Innovation

Wir von akustikform möchten Ihnen nur die hochwertigsten und vertrauenswürdigsten Lösungen präsentieren. Mit über 20 Jahren Erfahrung im Bereich Raumakustik Optimierung und Schallschutz, in denen wir umfangreiches Wissen zum Thema Schall und Akustik gesammelt haben, sind wir der optimale Ansprechpartner für Sie. Wir arbeiten herstellerunabhängig und wählen unsere Produkte nach Gesichtspunkten der Funktionalität, der Umsetzbarkeit und des Designs aus. Sie können sich also darauf verlassen, dass unser kompetentes Team auch für Sie die optimale Lösung finden wird.  Kontaktieren Sie uns jetzt für einen unverbindlichen Beratungstermin

Raumakustik optimieren

Raumakustik optimieren

Was ist eine gute Raumakustik

Die Raumakustik ist ein Gebiet der Akustik. In der Raumakustik untersucht man, wie sich die Innenausgestaltung eines Raumes auf die geplante Raumnutzung auswirkt. Die Nutzer von Räumen wünschen sich meistens entweder eine gute Sprachverständlichkeit oder eine gute Eignung für musikalische Zwecke. Wenn ein Raum sowohl für Sprache als auch für Musik genutzt werden soll, dann erfordert die raumakustische Konzeption immer eine Kompromisslösung. Bei der raumakustischen Planung und Ausgestaltung eines Raumes muss neben der sinnvollen Größenordnung der schallabsorbierenden Maßnahmen vor allem auf die richtige Positionierung der reflektierenden und absorbierenden Flächen geachtet werden. Wenn in einem Raum zum Beispiel eine gute Sprachverständlichkeit angestrebt wird, dann wird diese nicht nur durch den Direktschall, sondern im Besonderen durch das Verhältnis zwischen frühen und späten Reflexionen sowie deren Einfallsrichtung bestimmt.

Bedürfnis einer angenehmen Akustik

Der Wunsch nach Ruhe und Behaglichkeit gewinnt nicht nur im privaten Bereich, sondern auch in Arbeitssituationen und somit in Büroräumen immer mehr an Bedeutung. Unerwünschte Geräusche bzw. Lärm werden zunehmend als Belastung am Arbeitsplatz wahrgenommen. Demgegenüber stehen gestalterische und bauphysikalische Trends

in der modernen Architektur von Bürogebäuden, die die Schaffung angemessener raumakustischer Bedingungen deutlich erschweren. So erfordert beispielsweise der Einsatz thermoaktiver Bauteile (z. B. Betondecken) ein Umdenken im Hinblick auf die Positionierung von schall- technisch wirksamen Elementen in der Raumplanung. Büromöbel mit schallabsorbierenden Eigenschaften erweisen sich an vielen Stellen als hilfreiche Instrumente für die akustische Gestaltung moderner Büro- arbeitsplätze.

Optimale Raumakustik

Eine optimale Raumakustik ist eine komplexe Aufgabenstellung, die neben den anderen bauphysikalischen Fragestellungen eine immer wichtigere Rolle einnimmt. Speziell durch die Vorgaben der DIN 18041 „Hörsamkeit in Räumen“ rückt das Thema immer mehr ins Blickfeld von Bauherren, Planern und Architekten. In diesem Zusammenhang übernehmen schallabsorbierende Akustikdecken aufgrund ihrer flächenmäßigen Größe eine sehr wichtige Rolle. Die Decke ist häufig die optimalste Fläche für schallabsorbierende und schallreflektierende Maßnahmen. Durch die frühzeitige und der Raumnutzung angepasste Dimensionierung der Akustikdecke kann eine bedarfsorientierte Nachhallzeit im Raum sichergestellt werden.

Akustische Eigenschaft eines Raumes

Die akustische Eignung eines Raums für bestimmte Nutzungen, kurz die Hörsamkeit eines Raums, wird von vielen Faktoren  beeinflusst. Neben den akustischen Eigenschaften der Raumbegrenzungsflächen können auch Einrichtungsgegenstände wesentlich zu den Sprech-  und Hörbedingungen in dem jeweiligen Raum beitragen.

Raumakustische Planung

Letztlich bedeutet raumakustische Planung eine berechenbare Tätigkeit, die als Ergebnis ein konkret  messbares Resultat erzielt: im besten Fall eine der Nutzung angemessene Hörsamkeit des Raums, in dem wir uns wohl fühlen, in dem wir uns ohne Mühe verständigen können und den wir nicht als zu laut oder zu leise empfinden.

Raumakustik versus Bauakustik

Raumakustik und Bauakustik

Auf den ersten  Blick scheinen  sich die Bereiche Raumakustik und Bauakustik mit ähnlichen Aspekten  zu befassen; erst bei näherer Betrachtung wird der wesentliche Unterschied klar.

Schalldämmung in der Bauakustik

Welcher Anteil des Schalls kommt auf der anderen Seite des betrachteten  Bauteils an?

Entscheidende Eigenschaft ist die Schalldämmung des trennenden Bauteils zwischen  zwei Räumen. Im Wesentlichen geht es um die Fähigkeit von Bauteilen wie :

  • Wänden
  • Decken
  • Türen
  • Fenstern
  • etc.

,den Schallübergang zwischen  zwei Räumen zu minimieren. Eine hohe Schalldämmung wird in der Regel durch massive, schwere Bauteile

erreicht, die den Schall an seiner Ausbreitung hindern.


Raumakustik-welche Schallabsorber

In der Raumakustik dagegen lautet die Frage:

Durch welche  Oberflächen schaffe ich optimale Hörbedingungen im Raum?

Entscheidende Eigenschaft ist in diesem Fall die Schalldämpfung der Materialien im Raum. Schalldämpfung beschreibt die Fähigkeit von Materialien, Schall zu absorbieren bzw. die auftreffende Schallenergie in andere Energieformen umzuwandeln. Schalldämpfung wird durch Schallabsorber erreicht, die ganz unterschiedlich aussehen können:

  • Schaumstoffe
  • Resonanzplatten
  • Lochplatten mit Vliesen
  • Akustikputze

usw. Auf die Eigenschaften und die Vielfalt von Schallabsorbern wird später noch darauf eingegangen.

 

Raumakustik: Hörsamkeit innerhalb eines Raums. Rot hinterlegt ist der Hintergrundgeräuschpegel

Schalldämmung und Schalldämpfung

Grundverschieden ist folglich die Bedeutung der Begriffe „Schalldämmung“ und „Schalldämpfung“. Fühlt man sich durch Geräusche aus einem benachbarten Raum belästigt,  so trägt die Erhöhung  der Schalldämmung im Wesentlichen dazu bei, die Situation zu verbessern. Die Schalldämpfung dient dagegen der Verbesserung der Hörsamkeit innerhalb eines Raums.

Schallschutz im Gebäude

Bauakustische Anforderungen zum Schallschutz im Gebäude sind durch baurechtlich eingeführte Regelungen klar definiert. Weiterhin existieren eindeutige Empfehlungen und Vorgaben, die im Planungsprozess Berücksichtigung finden sollten. Für die Schallübertragungen innerhalb von Bürogebäuden sollten die Vorgaben des Beiblatts 2 der DIN 4109, angewendet werden. Da sich die vorliegende  Broschüre in erster Linie mit Aspekten  der raumakustischen Gestaltung befasst, werden die bauakustischen Aspekte der Planung von Gebäuden hier nicht weiter  vertieft.

Grundlagen der Akustik

 In diesem Kapitel werden die grundlegenden Kenngrößen der Akustik als Basis für die spätere Betrachtung raumakustischer Maßnahmen vorgestellt.

Schalldruck

Schall, das können wohlklingende Töne, Musik, Knalle, Rauschen, Knistern, aber auch gesprochene Sprache sein. All diesen Schallereignissen ist gemeinsam, dass sie in der Luft eine kleine Schwankung des Luftdrucks auslösen,  die sich in der Umgebung ihrer Erzeugung ausbreitet. Aus diesem Grund spricht man von dem Schalldruck eines Tons, eines Geräusches, von Sprache oder von Musik. Je lauter ein Schallereignis, desto stärker ist diese Druckschwankung, und desto höher ist der Schalldruck.

In Abbildung 3 ist die beschriebene Schwankung des Luftdrucks über der Zeit aufgetragen.

In Abbildung 4 ist die Ausbreitung des Schalls von einer punkt-

förmigen Schallquelle schematisch  dargestellt.

Schallwellen sind periodische Schwankungen des Luftdrucks
Schallwellen sind periodische Schwankungen des Luftdrucks

Schallausbreitung

Geräuschquelle und Schallausbreitung in alle Richtungen
Geräuschquelle und Schallausbreitung in alle Richtungen

Schallausbreitung in allen Richtungen

Prinzipiell breitet  sich Schall stets in alle drei Raumrichtungen aus. Viele Schallquellen zeigen eine Abhängigkeit der Schallabstrahlung von ihrer Ausrichtung; vielfach genügt es jedoch näherungsweise, von einer gleichmäßigen Schallabstrahlung in alle Richtungen auszu- gehen. Derartige Schallquellen werden als Kugelschallquellen bezeichnet. Mit speziellen Lautsprechern lassen sich heutzutage auch sehr eng begrenzte Abstrahlrichtungen des Schalls einstellen, so dass der abgestrahlte Schall gezielt auf bestimmte Positionen gerichtet werden kann. Dies wird z. B. bei der elektroakustischen Ausstattung von Vortragsräumen ausgenutzt. Hier ist zu beachten, dass die Schallenergie mit der Entfernung von der Schallquelle deutlich abnimmt.

In Zuhörerbereichen sollte allerdings eine möglichst gleichmäßige Schallverteilung herrschen, weshalb  gegebenenfalls eine größere Anzahl an Lautsprechern einzusetzen ist.

Dezibelskala

Vergleicht man das leiseste vom Menschen wahrnehmbare Schallereig- nis (den kleinsten wahrnehmbaren Schalldruck)  mit Geräuschen, die sich an der Schmerzgrenze unserer Gehörempfindung bewegen, dann stellt man fest, dass sich der Schalldruck in diesem Bereich ugerm einen Faktor von hundert Milliarden verändert. Darstellung und Handhabung eines derart großen Wertebereichs des Schalldrucks erwiesen sich als umständlich, und so wurde mit dem Schalldruckpegel eine logarith- misch definierte Größe, das Dezibel, eingeführt, die auf die niedrigen Schalldruckwerte wenig Einfluss hat, die großen Werte hingegen auf eine überschaubare Größe reduziert. Damit steht eine Skala zwischen

0 Dezibel (kurz: dB) und etwa 140 dB zur Verfügung.

Die willkürliche Festlegung des Wertes für 0 dB orientiert sich an dem gerade von Menschen wahrnehmbaren Schalldruck.

Abbildung 5 zeigt die Dezibelskala  mit einigen Beispielen bekannter

Geräuschsituationen.

Geräuschsituation
Geräuschsituation

Regeln beim Rechnen mit Schalldruckpegeln

Aus den logarithmischen Eigenschaften der Dezibelskala  ergeben sich besondere Regeln beim Rechnen mit Schalldruckpegeln, die der einschlägigen Fachliteratur im Detail zu entnehmen sind.

Allerdings lassen sich einige nützliche Merkregeln zusammenfassen.

Schalldruckerhöhung bei gleichen Schallquellen

Eine Verdopplung der Anzahl der Schallquellen bedeutet immer eine Pegelerhöhung um 3 dB, eine Verzehnfachung um 10 dB und eine Verhundertfachung um 20 dB.

Schalldruckerhöhung bei gleichen Schallquellen
Schalldruckerhöhung bei gleichen Schallquellen

Unterschiedliche Schallquellen

Der in der Praxis häufigere Fall ist, dass der gesamte wahrgenommene Schall von unterschiedlichen Geräuschquellen mit unterschiedlichem Schallpegel  verursacht wird. Für den Fall von zwei Schallquellen im Raum lässt sich folgende vereinfachte Berechnung vornehmen:

Schalldruckerhöhung bei zwei unterschiedlichen Schallquelle

Bedingt durch die logarithmische Schreibweise kann man Schalldruckpegelwerte nicht einfach addieren und subtrahieren, sondern muss sie zunächst aus der logarithmischen Form herausführen, Es ergibt ich die folgende Formel mit deren Hilfe sich beliebig viele Pegelwerte addieren oder subtrahieren lassen.

 

Addition von Pegeln
Addition von Pegeln

Beispiel aus der Praxis

In einem Büroraum stehen ein Drucker (Schallleistungspegel 60dB) , ein Faxgerät (Schallleistungspegel 54dB) und ein Kopierer (Schalleistungspegel 62dB) auf einer Arbeitsplatte zusammen. Mit welchem Gesamtschalldruckpegel ist zu rechnen?

Gesamtschalldruckpegel
Gesamtschalldruckpegel

Multiplikation von Pegeln

Die obengenannte Formel vereinfacht sich, wenn nicht verschiedene Pegel addiert werden,  sondern ein einziger Pegel sich vervielfacht.

Multiplikation von Schallpegeln
Multiplikation von Schallpegeln

Beispiel aus der Praxis:

In einem Büroraum sollen zu einem Kopierer (Schallleistungspegel 62dB) zwei baugleiche Modelle hinzugestellt werden.

Mit welchem Schalldruckpegel ist zu rechnen?

Gesamtschalldruckpegel
Gesamtschalldruckpegel

Die Frequenz

Der Schalldruckpegel wird vom Menschen als Lautstärke wahrgenommen und ist somit eine wichtige  Eigenschaft des Schalls. Ebenso große Bedeutung wie der Schalldruckpegel hat die Frequenzzusammensetzung des Schalls – kurz das Spektrum. Reine Töne sind Schallereignisse mit einer einzelnen Frequenz. Eine Überlagerung von Tönen mit unterschiedlichen Frequenzen wird, je nach Frequenzzusammensetzung, als Geräusch oder Klang bezeichnet.

Das menschliche Gehör

Die Empfindlichkeit  des menschlichen Gehörs ist stark frequenzabhängig. Besonders  empfindlich ist unser Gehör in dem Frequenzbereich der menschlichen Sprache zwischen  250 Hz und 2000 Hz. Dies ist einerseits sinnvoll, wenn wir einem Sprecher zuhören, andererseits

sind Störungen in diesem Frequenzbereich auch besonders lästig und können Kommunikation stark beeinträchtigen. Zu hohen  und tiefen Frequenzen nimmt die Hörfähigkeit ab.

In der folgenden Abbildung sind sogenannte Isophone, d. h. Kurven gleicher Lautstärkewahrnehmung, dargestellt. Es ist beispielsweise ablesbar,  dass ein Ton mit 100 Hz ca. 25 dB laut sein muss, um wahr- genommen zu werden, bei 1000 Hz reicht dagegen ein 5 dB lauter Ton, um gehört zu werden. Neben der Hörschwelle sind für verschiedene Pegelwerte ausgehend von 1000 Hz die Kurven gleicher Lautstärke- wahrnehmung dargestellt. Die oberste Kurve in der folgenden Abbildung kennzeichnet den Verlauf der Schmerzgrenze in Abhängigkeit von der Frequenz. Bei derart hohen  Pegeln kann das Gehör bereits durch ein sehr kurzes Geräuschereignis, z. B. durch einen wenige

Millisekunden dauernden Knall, nachhaltig geschädigt werden.

 

Lautstärke und Schallwahrnehmung

Lautstärke und Wahrnehmung vom Schall
Lautstärke und Wahrnehmung vom Schall

Akustik Planung

Akustische Planungen müssen grundsätzlich die für den Menschen relevanten Frequenzen des Schalls berücksichtigen, um für die menschliche Wahrnehmung optimale Bedingungen zu schaffen.

Lautstärkebewertung von Geräuschen

Für eine Lautstärkebewertung von Geräuschen, die dem menschlichen Gehör gerecht wird, ist die Frequenzcharakteristik des menschlichen Gehörs zu berücksichtigen. Die mittleren Frequenzen, bei denen  das menschliche Gehör besonders empfindlich ist, werden stärker berück- sichtigt als die hohen  und tiefen Frequenzen. Diese Gewichtung führt zu der Bezeichnung dB(A) für Schalldruckpegel, dem so genannten

A-bewerteten Schalldruckpegel. Dabie werden Werte in dB(A) nahezu  überall verwendet, so finden sie sich in aller Regel in allen

  • Vorschriften
  • Richtlinien
  • Richtwerten
  • Grenzwerten

sowie Empfehlungen und Hinweisen  zu Schalldruckpegeln wieder.

Relevante Frequenzbereiche bei der Planung von Räumen

Der für die Planung von Räumen relevante Frequenzbereich orientiert sich einerseits an dem menschlichen Gehör und andererseits daran, was technisch sinnvoll und realisierbar  ist. Frequenzen oberhalb von

5000 Hz werden bereits von der Luft so stark gedämpft, dass es technisch nicht sinnvoll ist, diese Frequenzen in die raumakustische Planung einzubeziehen. Unterhalb von 100 Hz sind andere physikalische Zusammenhänge der Schallausbreitung zu beachten.

Die international genormten Prüfverfahren zur Bestimmung  der Schallabsorption von Materialien beziehen sich auf den Frequenz- bereich von 100 Hz bis 5000 Hz. So wurde entsprechend festgelegt, raumakustische Planungen üblicherweise auf den Frequenzbereich zwischen  100 Hz und 5000 Hz zu konzentrieren.

Frequenzbereiche
Frequenzbereiche

Frequenz in Schritten: Terzen und Oktaven

Viele raumakustische Größen, z. B. Nachhallzeit, Schallabsorption oder auch Schalldruckpegel, sind frequenzabhängig, d. h. sie nehmen bei unterschiedlichen Frequenzen verschiedene Werte an. Eine Angabe dieser Größen  ist deshalb nur unter dem Hinweis sinnvoll, welche Frequenzen bzw. welcher Frequenzbereich betroffen ist.

Frequenzbereiche in der Raumakustik

Wie in der obigen Abbildung dargestellt wurde, wird in der Raumakustik der Frequenzbereich zwischen  100 Hz und 5000 Hz betrachtet. Dieser Bereich lässt sich in

  • sechs Oktavabschnitte (125 Hz, 250 Hz, 500 Hz, 1000 Hz, 2000 Hz, 4000 Hz)
  • oder in 18 Terzabschnitte (100 Hz, 125 Hz, 160 Hz, …, 4000 Hz, 5000 Hz)

untergliedern, je nach dem, wie genau das Abbild der betreffenden Größe sein soll.

Der Schritt von einer Oktave zur nächsten wird immer durch eine Frequenzverdopplung erreicht. Eine Oktave enthält wiederum drei Terzen; die Schrittgröße ist entsprechend kleiner und bietet somit den Vorteil einer größeren Aussagekraft und Genauigkeit. Bei der Lösung raum- akustischer  Probleme unter Zuhilfenahme messtechnischer Methoden sollte deshalb grundsätzlich die Auflösung in Terzschritten gewählt werden, denn viele akustische Probleme vollziehen  sich in schmalen Frequenzbereichen und erfordern entsprechend genau zugeschnittene Lösungen.

 

Die folgende Abbildung zeigt die Abfolge der Oktav- bzw. Terzwerte in dem für die Raumakustik relevanten Frequenzbereich

Terz- und Oktav Mittelfrequenzen

Schallwellen und deren Wellenlängen

Zu jeder Frequenz des Schalls gehört eine Schallwelle mit einer bestimmten Wellenlänge. Eine 100 Hz-Welle hat in der Luft eine Ausdehnung von 3,40 Metern, eine 5000 Hz-Welle dagegen eine Wellenlänge von nur ca. 7 Zentimetern. Die relevanten Schallwellen- längen in der Raumakustik sind demnach  zwischen  0,07 m und 3,40 m lang. Somit liegen die Abmessungen von Schallwellen durchaus in der Größenordnung der Abmessungen von Räumen und Einrichtungsgegenständen. Die folgende Abbildung zeigt den Bereich aller Schallwellenlängen, die für die Raumakustik relevant  sind.

Relevante Wellenlängen in der Raumakustik
Relevante Wellenlängen in der Raumakustik

Die maßgebliche Größe zur objektiven Bewertung der Lärmbelastung an einem Arbeitsplatz ist der sogenannte Beurteilungspegel, der sich zum einen aus dem gemessenen zeitlich gemittelten Schalldruckpegel im Raum und zum anderen aus Zu- bzw. Abschlägen je nach Charakteristik der Geräusche sowie deren Einwirkdauer ergibt. Mögliche Zuschläge werden für Impulshaltigkeit und Tonhaltigkeit von Geräuschen vergeben. Enthält das zu bewertende Geräusch Knalle oder ähnliche Impulse, oder treten einzelne Töne deutlich hervor, so werden über den reinen Messwert hinaus Zuschläge vergeben und das Ge- räusch wird effektiv lauter bewertet. Der Beurteilungspegel wird in der Regel auf eine Beurteilungszeit von 8 Stunden bezogen.

Pegelwerte zur Schallbelastung am Arbeitsplatz

Mit Inkraftreten der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung wurde die zuvor gültige UVV „Lärm“ außer Kraft gesetzt. Der Auslösewert gemäß der Lärm- und Vibrations- Arbeitsschutzverordnung beträgt 80 dB(A).

Hinweise  für den maximal zulässigen Schalldruckpegel in Arbeitsräumen enthält auch die VDI 2058, auf die wiederum in der VDI 2569 verwiesen wird. Diese Werte sind bezogen auf den Beurteilungspegel:

 

  • Lr ≤ 55 dB(A) für geistige Tätigkeiten
  • Beispiele: wissenschaftliches Arbeiten, Entwerfen, Untersuchen, Berechnen, Besprechungen etc.
  • Lr ≤ 70 dB(A) für einfache oder überwiegend mechanisierte
  • Bürotätigkeiten
  • Beispiele: Disponieren, Datenerfassen, Arbeiten mit Textverarbeitungsgeräten, Verkaufen, Arbeiten in Betriebsbüros
  • Ab 80 dB(A) Dauerschallpegel und ab 130 dB(A) Impulsgeräusch  können irreversible Schädigungen des Gehörs auftreten.
  •  Bestimmung des Beurteilungspegels
  • Der Beurteilungspegel Lr wird nach DIN 45645-2 wie folgt gebildet:

LAeq,T = äquivalenter Dauerschallpegel der Arbeitsschicht

KI         = Zuschlag für Impulshaltigkeit

KT        = Zuschlag für Tonhaltigkeit

T          = Dauer der Arbeitsschicht meist 8 Stunden

Tr         = Beurteilungszeit, meist 8 Stunden

 

 

Die folgende Abbildung zeigt das Ergebnis einer Messung des Schalldruckpegels in einem Call Center, das zu einem Beurteilungspegel von

58 dB(A) bezogen auf 8 Stunden führt. In der Regel genügt es, kurze

repräsentative Zeitabschnitte zu erfassen.

Schalldruckpegel Messung
Schalldruckpegel Messung

Der Hintergrundgeräuschpegel

Die folgende Tabelle zeigt Werte für den empfohlenen Hintergrundgeräuschpegel aus der DIN EN ISO 11690:

 

 

Raumart                               Höchstwert Hintergrundgeräuschpegel

 

  • Konferenzraum                   30dB bis 35dB(A)
  • Einzelbüro                            30dB bis 40dB(A)
  • Grossraumbüro                  35dB bis 45dB(A)
  • Industrie Arbeitsplatz        65dB bis 70dB(A)

   

Der Hintergrundgeräuschpegel in einem Raum wird durch die bau- lichen Gegebenheiten innerhalb des Gebäudes wie auch durch die schalltechnisch relevante Ausrüstung der Räume bestimmt. Neben raumlufttechnischen Anlagen tragen Büromaschinen zum Geräuschpegel in einem Raum bei. 

 

In Büroräumen sind bei hohen  Hintergrundgeräuschpegeln Einschränkungen  der geistigen  Leistungsfähigkeit zu erwarten. Aus diesem Grund finden sich in verschiedenen Regelwerken Empfehlungen für den maximal zulässigen Hintergrundgeräuschpegel. 

Subjektive Raumakustik

Die Wahrnehmung und Einschätzung eines Geräusches ist immer auch subjektiv geprägt. Die subjektive Reaktion auf Geräusche hängt von der persönlichen Einstellung und den Erwartungen des Hörers zur Geräuschquelle ab.

Beispielhaft sei angeführt, dass z. B. Mitarbeiter von Flughäfen  gänzlich andere Bewertungen zur Belästigung durch Fluglärm abgeben als an- dere betroffene Anwohner. Im Büroumfeld ist eine häufige Erfahrung, dass Personen, die Einzelbüros  gewohnt sind, oft nicht mit der unge- wohnten Geräuschsituation oder andersartigen Hörumgebung in Mehrpersonenbüros zurechtkommen, selbst wenn sehr ähnliche raum- akustische Bedingungen vorliegen.

Die Psychoakustik als Teilgebiet der Akustik oder auch die Lärmwirkungsforschung beschäftigen sich mit dem Zusammenhang zwischen der subjektiven Wahrnehmung und den objektiv vorhandenen Schallsignalen.

Allgemein kann davon ausgegangen werden, dass schon Geräusche ab

30 dB(A) als belästigend empfunden werden können.

 

Aus den objektiven Größen

•   Schalldruckpegel in dB(A),

•   Frequenzzusammensetzung bzw. Spektrum des Schalls

•   zeitlicher Verlauf und

•   Dauer des Geräusches

kann auf den Grad der subjektiven Belästigung geschlossen werden.

 

Weiterhin wird die subjektive Störwirkung eines Geräusches oder einer Geräuschumgebung – wie beispielsweise in einem Großraumbüro – auch durch individuelle Faktoren, wie die innere Einstellung oder auch Erfahrungswerte, geprägt. Eine quantitative Erfassung derartiger Einflussfaktoren für die subjektive Belästigung ist nur durch umfangreiche Befragungen der betroffenen Personen möglich. Eine zuverlässige Prognose des Grades der subjektiven Belästigung kann prinzipiell nicht erfolgen.

Die Nachhallzeit

 

Ob ein Raum von seinen Nutzern als akustisch angenehm empfunden wird, lässt sich im Rahmen einer raumakustischen Planung mit einem hohen  Maß an Genauigkeit vorab berechnen. Ebenso lässt sich abschätzen, welche  Maßnahmen welchen Erfolg versprechen, welche  Flächen an Schallabsorbern erforderlich sind und wie diese am günstigsten zu positionieren sind.

 

Hierzu soll im Folgenden die Nachhallzeit als wesentliche raumakustische Kenngröße vorgestellt werden. Anschließend wird die Funktions- weise von Schallabsorbern beschrieben.

 

Jeder kennt den imposanten Höreindruck von Orgelmusik in einer Kirche. Doch was hat dieser oft sogar körperlich  spürbare Nachhall mit der Raumakustik eines Großraumbüros oder eines Konzertsaals gemeinsam?

 

Die Nachhallzeit lässt sich in jedem geschlossenen Raum bestimmen und liefert so die Grundlage für eine Bewertung der raumakustischen Bedingungen. Sie gibt – einfach ausgedrückt – die Zeitdauer an, die ein Schallereignis benötigt, um unhörbar zu werden. Technisch wurde die Zeitdauer für eine Abnahme des Schalldruckpegels im Raum um 60 dB als Nachhallzeit T definiert. Das bedeutet: Wird ein Raum mit einem Knall von 95 dB angeregt, so gibt die Nachhallzeit den Zeitraum an, innerhalb dessen der Geräuschpegel auf 35 dB zurückgegangen ist. Dies können wenige Zehntelsekunden bis zu mehreren Sekunden sein.

 

Schalldruckpegel
Schalldruckpegel

 

Durch die objektiv messbare Größe der Nachhallzeit werden unter- schiedlichste Räume miteinander vergleichbar und können in ihrer raumakustischen Qualität bewertet werden. Sind 4 bis 8 Sekunden Nachhall in einer Kirche durchaus üblich, so bewegen sich die angestrebten Werte für die Nachhallzeit in Konferenz- oder Büroräumen in ganz anderen Größenordnungen. Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über typische Nachhallzeiten verschiedener Raumarten.

 

Raumtyp                               Nachhallzeit (exemplarisch)

 

  • Kirche                                    ca. 4 bis 8 Sekunden
  • Schwimmbad                       max. 1.7 Sekunden
  • Konzertsaal                          ca. 1.5 Sekunden
  • Klassenraum                        0.6 Sekunden
  • Konferenzraum                   je nach Grösse ca. 0.8 bis 1.2 Sekunden
  • Büroraum                             0.5 bis 0.8 Sekunden

 

Die Nachhallzeit stellt die raumakustische Visitenkarte des Raums dar. An ihr lässt sich die akustische Qualität eines Raums schnell und objektiv ablesen.  Klagen über eine schlechte  Akustik sind meistens  mit nicht angemessenen Werten für die Nachhallzeit verknüpft, wenngleich umgekehrt eine optimale Nachhallzeit nicht automatisch optimale raumakustische Bedingungen garantiert. Insofern verfügt der Akustikplaner mit der Nachhallzeit über eine sehr gut handhabbare und klar definierte Größe.

Die Nachhallzeit hat eine unmittelbare Wirkung auf die Sprachverständlichkeit in einem Raum. Allgemein gilt, dass mit zunehmender Nachhallzeit die Sprachverständlichkeit in einem Raum abnimmt, was nicht bedeutet, dass die kürzeste Nachhallzeit die beste Nachhallzeit ist! Eine sehr schlechte  Sprachverständlichkeit deutet allerdings in der Regel auf eine zu lange Nachhallzeit hin.

 

Anhand des subjektiven Eindrucks von der Klangqualität eines Raums kann selbst der raumakustische Laie Hinweise  auf den Verlauf der Nachhallzeit in den verschiedenen Frequenzbereichen erhalten. Klingt beispielsweise Sprache in einem Raum verwaschen und erfordert es große Anstrengungen, sich zu verstehen, so ist davon auszugehen, dass die Nachhallzeit insgesamt  zu lang ist. Akustisch „trocken“ bezeichnet in diesem Zusammenhang, dass der Schall unnatürlich schnell geschluckt wird. Geschieht dies nur bei hohen  Frequenzen, klingt der Raum eher

„dumpf“ oder „dröhnend“, hingegen bei den tiefen Frequenzen eher

„schrill“ und „spitz“.

  

Auswirkungen der  Nachhallzeit auf den Klang von Sprache

 

Nachhallzeit bei       Nachhallzeit bei        Subjektiver tiefen Frequenzen  hohen Frequenzen  Eindruck

zu lang                       zu lang                        verwaschen, schlecht zu verstehen

zu lang                       zu kurz                        dumpf, aber gut zu verstehen

zu kurz                       zu lang                        schrill, klirrend, spitz, schlecht zu verstehen

zu kurz                       zu kurz                        trocken, aber gut zu

verstehen

 

Wovon hängt die Nachhallzeit ab?

 

Die Nachhallzeit hängt im Wesentlichen von drei Faktoren  ab:

 

  • von dem Volumen des Raums
  • von den Oberflächen im Raum sowie
  • von den vorhandenen Einrichtungsgegenständen.

 

Merkregeln zur Nachhallzeit

Je größer der Raum, desto länger ist in der Regel die Nachhallzeit.

Je mehr Absorption im Raum vorhanden ist, desto kürzer ist die Nachhallzeit.

Mit zunehmender Raumhöhe wird ein Raum in der Regel halliger. Absorbierende Flächen – wie Teppiche, Gardinen  und schallabsor- bierende Decken,  aber auch Mobiliar oder anwesende Menschen – verringern dagegen die Nachhallzeit.

Beide Größen, das Volumen und die Absorptionsflächen in ein aus- gewogenes Verhältnis zu bringen, ist eine wesentliche Aufgabe der raumakustischen Planung. In einem zweiten Schritt ist über die optimale Positionierung von reflektierenden und absorbierenden Flächen im Raum nachzudenken.

Die Raumform spielt in der Regel eine untergeordnete Bedeutung

für die Nachhallzeit und erlangt erst bei sehr hohen  raumakustischen Anforderungen (z. B. bei Konzertsälen) oder bei ausgefallenen Formen, wie z. B. gewölbten Flächen oder stark schwankenden Raumhöhen,

eine wesentliche Bedeutung.

Die optimale Nachhallzeit

Grundlage für Empfehlungen zur raumakustischen Gestaltung von kleinen bis mittelgroßen Räumen bildet die DIN 18041 „Hörsamkeit in kleinen und mittelgroßen Räumen“.

Die Empfehlungen und Hinweise  der DIN 18041 sollten stets die

Grundlage für raumakustische Planungen sein.

 

 Die DIN 18041 unterscheidet im Hinblick auf die optimale Nachhall- zeit zwischen  drei Kategorien: „Musik“, „Sprache“ und „Kommunikation und Unterricht“. Räume für musikalische Nutzung sind Musikunterrichtsräume sowie Säle für Musikdarbietungen

„Sprache“ umfasst alle Räume, in denen  im weitesten Sinne ein Sprecher vor einem Publikum spricht. „Kommunikation  und Unterricht“ beinhaltet alle Nutzungen, in denen  auch mehrere Personen gleich- zeitig sprechen, also neben  Unterrichtsräumen auch Konferenzräume, Gruppenbüros, Service-Stellen, Call Center sowie Räume mit audio- visuellen Darbietungen oder für elektroakustische Nutzungen. Aus Abbildung 13 ist abzulesen, welche  mittlere Nachhallzeit in Abhängigkeit vom Volumen und von der Nutzung des Raums anzustreben ist.

Empfehlung der DIN 18041 für die Nachhallzeit bei 500Hz in einem Raum in Abhängikeit von dessen Volumen
Empfehlung der DIN 18041 für die Nachhallzeit bei 500Hz in einem Raum in Abhängikeit von dessen Volumen
  • Beispiel 1: Ein Konferenzraum (Nutzung „Kommunikation  und Unterricht“) mit einem Raumvolumen von 250 m3  sollte eine Nachhallzeit von 0,60 s aufweisen.
  • Beispiel 2: Ein Gerichtssaal (Nutzung „Sprache“) mit einem Raumvolumen von 650 m3  sollte über eine Nachhallzeit von 0,90 s verfügen.

Frequenzabhängigkeit der Nachhallzeit

Die Nachhallzeit ist eine frequenzabhängige Größe, deren Werte sich im Frequenzverlauf in der Regel verändern. Vor diesem Hintergrund wird die Nachhallzeit meistens  in Schrittweiten der Frequenz von Oktaven  oder Terzen angegeben.

Die DIN 18041 spricht eine eindeutige Empfehlung für den Verlauf der Nachhallzeit über der Frequenz aus: möglichst gleich bleibende Werte für die Nachhallzeit bei allen Frequenzen, wenn es um Sprache und Kommunikation geht und ein mäßiger Anstieg zu tiefen Frequenzen unterhalb von 250 Hz für musikalische Nutzungen.

Abbildung 14 zeigt für die Nutzungsarten Sprache, Unterricht und Kommunikation und Musik die Toleranzbereiche bezogen auf die optimale Nachhallzeit TSOLL, innerhalb derer sich die Nachhallzeitkurve im idealen Fall bewegen sollte.

Toleranzbereiche für den frequenzabhängigen Verlauf der Nachhallzeit über der Frequenz in Abhängigkeit der Nutzung

Sprache, Unterricht und Kommunikation
Sprache, Unterricht und Kommunikation
Musik
Musik

Schallabsorption

Zur optimalen Einstellung von Nachhallzeiten werden bei der Gestaltung von Büroräumen schallabsorbierende Materialien eingesetzt. Im Folgenden wird zunächst die Wirkung von Schallabsorbern erläutert. Anschließend werden verschiedene Materialien mit schallabsorbieren- den Eigenschaften vorgestellt.

Der Schallabsorptionsgrad

Der Schallabsorptionsgrad α als Werkzeug für die raumakustische

Planung

Der Schallabsorptionsgrad α beschreibt die Eigenschaft eines Materials, auftreffenden Schall in andere Energieformen – z. B. Wärme- oder Bewegung  umzuwandeln und somit zu absorbieren. Ein idealer Schallabsorber, der 100 % des auftreffenden Schalls „schluckt“, hat einen Schallabsorptionsgrad von 1 (Abbildung 15) – eine vollständig reflektierende Fläche dagegen einen Schallabsorptionsgrad von 0 (Abbildung 16).

Beide Extreme sind nahezu  unerreicht: Reale Materialien haben stets

einen Schallabsorptionsgrad zwischen  0 und 1 (Abbildung 17).

 Vollständige Schallabsorption Absorptionsgrad α=1 keine Reflektion
Vollständige Schallabsorption Absorptionsgrad α=1 keine Reflektion
Vollständige Schallreflexion Absorptionsgrad α=O
Vollständige Schallreflexion Absorptionsgrad α=O
Teilweise Schallabsorption Absorptionsgrad α=0-1
Teilweise Schallabsorption Absorptionsgrad α=0-1

Die Bedämpfung tiefer Frequenzen (mit großen Wellenlängen) erfordert entweder sehr voluminöse  Schallabsorber aus porösen Materialien (Steinwolle, Glaswolle, Schaumstoff etc.) oder aber Aufbauten, die einen Resonanzmechanismus, z. B. ein abgeschlossenes Luftvolumen oder eine schwingende Oberfläche, ausnutzen. Diese Schallabsorber zeigen in der Regel ein Maximum in einem begrenzten Frequenzbereich, genau der Frequenz, die deren Luftvolumen  oder Oberfläche zu Schwingungen anregt. Den physikalischen Vorgang bezeichnet man

als Resonanz; die zugehörigen Absorber als Resonanzabsorber.

Viele der klassischen Schallabsorber – z. B. Akustikdecken oder Wand- paneele nutzen  Kombinationen beider Schallabsorbertypen (poröser Absorber und Resonanzabsorber), um die Absorptionsfähigkeit des Materials auf einen großen Frequenzbereich auszudehnen, d. h. breitbandig wirksam zu sein.

Der Schallabsorptionsgrad α eines Materials ist in hohem Maße von der Frequenz abhängig. Daher muss auch die Absorptionswirkung von Materialien frequenzabhängig betrachtet werden. So besitzt ein Material möglicherweise bei 125 Hz einen Schallabsorptionsgrad von 0,1, reflektiert also den Schall zu 90 %, weist hingegen bei 4000 Hz einen Schallabsorptionsgrad von 1 auf, absorbiert also bei dieser Frequenz den gesamten auftreffenden Schall. Dies ist beispielsweise bei vielen porösen Absorbern der Fall, also Mineralfasern, Schäumen, Vorhangstoffen etc.

Frequenzabhängige Wirkung von Schallabsorbern

Verallgemeinert gilt: Hohe Frequenzen lassen sich in der Regel durch Schallabsorber mit geringer Aufbauhöhe be- dämpfen; zur Bedämpfung tiefer Frequenzen sind dagegen eher Schallabsorber mit größerer Aufbauhöhe oder großen Abmessungen erforderlich.

Die Ermittlung des Schallabsorptionsgrades

Der frequenzabhängige Schallabsorptionsgrad eines Materials wird durch eine schalltechnische Materialprüfung – das so genannte Hallraumverfahren ermittelt. Hierbei wird eine Probe des Materials in den Hallraum eingebracht, dessen Nachhallzeit zunächst ohne Probe bestimmt wurde. Aus der Veränderung der Nachhallzeit mit der Probe im Raum lässt sich  für jede Terz zwischen  100 Hz und 5000 Hz

(vgl. Grundlagen der Akustik, Seite 15) – der Schallabsorptionsgrad αS

ermitteln.

Man erhält somit 18 Terzwerte, die eindeutig das Absorptionsverhalten des Materials beschreiben, d. h. in welchem Maße und bei welchen Frequenzen das Material den Schall absorbiert. Diese Eigenschaften bestimmen maßgeblich den Einsatzbereich des jeweiligen Schallabsorbers.

Die äquivalente Schallabsorptionsfläche

Für die schallabsorbierende Wirkung im Raum ist jedoch nicht allein die Auswahl des Materials ausschlaggebend. Entscheidend ist, welche Fläche von diesem Material im Raum vorliegt. Um ein Maß für die schallabsorbierende Wirkung eines real vorhandenen Schallabsorbers zu haben,  wurde die Größe der äquivalenten Schallabsorptionsfläche eingeführt. Sie ist definiert  als das Produkt  aus dem Schallabsorptions- grad αS  eines Materials und dessen Fläche.

10 m2  eines Schallabsorbers mit einem Schallabsorptionsgrad von 0,50

besitzen eine äquivalente Schallabsorptionsfläche von 5 m2  und haben somit dieselbe  Wirkung im Raum wie 20 m2  eines Schallabsorbers mit einem Schallabsorptionsgrad von 0,25 oder 5 m2  eines Schallabsorbers mit einem Schallabsorptionsgrad von 1,00.

Betrachtet man einen vollständig eingerichteten Raum mit verschiedenen Oberflächen, so kann man jedem Material (z. B. Teppich, Putz, Akustikdecke, Vorhänge, Fenster, Regalfläche, usw.) einen Schallabsorptionsgrad zuordnen und durch Multiplikation mit der vorliegenden Fläche seine äquivalente Schallabsorptionsfläche berechnen. Anschließend addiert man die äquivalenten Schallabsorptionsflächen für alle Materialien und erhält so die gesamte in einem Raum vorhandene äqui- valente Schallabsorptionsfläche.

Berechnung der äquivalenten Schallabsorption von Flächen im Raum:

A= s1 α1 + s2 α2+ s3 α3...+ sn αn

A= gesamte aquivalente Schallabsorptionsfläche im Raum

s1 = Flächengrösse von Material 1, zB Akustikdecke

α1= Schallabsorptionsgrad von Material 1

s2 = Flächengrösse von Material 2 zB Teppichboden

α2= SChallabsorptionsgrad von Material 2

sn= Flächengrösse von Material 2

αn = Schallabsorptionsgrad von Material n

 

Schallabsorptionsgrad und Nachhallzeit

Aus der berechneten gesamten äquivalenten Schallabsorptionsfläche lässt sich mit Hilfe der Sabineschen Nachhallformel die Nachhallzeit im Raum ableiten.

 

Sabinesche Nachhallformel:

 

T = 0,163 ·   V A

 

T – Nachhallzeit

V – Raumvolumen

A – gesamte äquivalente Schallabsorptionsfläche

 

Aus diesen Zusammenhängen lassen sich einige grundsätzliche

Erkenntnisse für den Einsatz von Schallabsorbern ableiten:

Wirkung von Schallabsorbern

  •   Je höher der Schallabsorptionsgrad eines Materials ist, desto stärker senkt es die Nachhallzeit in einem Raum.
  •   Selbst ein hoch absorbierender Schallabsorber erzielt erst durch den Einsatz einer bestimmten Fläche die gewünschte Wirkung im Raum.
  •   Umgekehrt kann auch ein relativ schwach absorbierender Schallabsorber den angestrebten Effekt erzielen, wenn seine Fläche entsprechend groß gewählt wird.
  •   Man kann zur Bedämpfung eines Raums entweder einen Schallabsorber oder auch eine Kombination aus zahlreichen verschiedenen Schallabsorbern verwenden.
  •   Entscheidend für die Nachhallzeit im Raum ist immer die insgesamt  erzielte  Summe für die äquivalente Schall- absorptionsfläche

Der passende Absorber

Je nach vorhandener Ausstattung eines Raums sorgen  im Einzelfall ganz unterschiedliche Schallabsorber für ein ausgeglichenes Klangbild im Raum. Ist ein Teppich vorhanden, ist die Anforderung an einen Schallabsorber möglicherweise eine völlig andere, als wenn ein glatter Bodenbelag vorliegt. Ebenso verhält es sich mit unterschiedlich möblierten Räumen. Aufgabe der raumakustischen Planung ist eine optimale Abstimmung aller Oberflächen und Elemente  im Raum.

 

Exkurs:

Richtwerte für den Einsatz von Schallabsorbern – VDI 2569

Neben der DIN 18041 enthält die VDI-Richtlinie 2569 „Schallschutz und akustische Gestaltung im Büro“ Hinweise  zur akustischen Planung von Büroräumen. Sie enthält umfassende Hinweise  zur bauakustischen Planung und Ausführung sowie Anmerkungen zu verschiedenen Ge- räuschquellen im Büro. Darüber hinaus werden in der derzeit aktuellen Fassung der VDI 2569 (Stand: Januar 1990) nur sehr knapp raumakus- tische bzw. schallabsorbierende Maßnahmen behandelt. Weiterhin ist ein kurzer Abschnitt zur abschirmenden Wirkung von Schallschirmen

zu finden. Diese Hinweise  werden in dieser Fachschrift im Abschnitt zur Schirmwirkung von Stellwänden und Mobiliar aufgegriffen.

Für kleine Büroräume fordert die VDI 2569 ganz allgemein eine geringe „Halligkeit“. Für große Mehrpersonenbüros wird beschrieben, dass die Nachhallzeit kein ausreichendes Kriterium zur Beurteilung

und Auslegung  der akustischen Eigenschaften des Raumes ist. Als Richtwert für die benötigte Absorption wird das Verhältnis von äqui- valenter Absorptionsfläche Aeq und dem Volumen V des Raums an- geführt. Dieses Verhältnis sollte nach der VDI 2569 Werte zwischen

 

A/V = 0,30 bis 0,35 m–1

aufweisen. Daraus ergibt sich eine Nachhallzeit von 0,5 Sekunden. Für die Planung von Kommunikationsräumen verweist die VDI 2569

auf die DIN 18041.

Raumakustische Büroplanung

Im Folgenden werden Absorptionsgrade und äquivalente Absorptions- flächen ausgewählter Materialien exemplarisch dargestellt.

Die Abbildungen 18 und 19 geben  den Absorptionsgrad flächiger Schallabsorber (wie Akustikdecken, Putze, Teppiche) an. Durch Multi- plikation des Schallabsorptionsgrades mit der Fläche des betreffenden Materials kann die äquivalente Absorptionsfläche errechnet werden (siehe Seite 29).

 

In der Abbildung unten ist die äquivalente Absorptionsfläche für einzelne

Objekte (wie Schränke, Stellwände, Stühle) und Personen dargestellt.

 

äquivalente Absorptionsfläche für einzelne Objekte

Exkurs Einzahlwerte

In den vorangegangenen Abschnitten wurde ausführlich auf die Vorteile der frequenzabhängigen Betrachtung des Schalls, der Nachhallzeit und des Schallabsorptionsgrades eingegangen. Von verschiedenen Seiten wurde in der Vergangenheit allerdings der Wunsch geäußert, verein- fachte Größen  anzubieten, die zwar keine differenzierte Planung erlau- ben, dafür aber eine grobe Vergleichsmöglichkeit von Schallabsorbern oder erste Aussagen über die prinzipielle Eignung von Produkten für bestimmte Anwendungen bieten.  Auch eine vereinfachte Planung für Räume mit geringen Anforderungen an die raumakustische Güte sollte durch eine solche Größe möglich sein.

Vor diesem Hintergrund wurden parallel in Europa und den USA Ein- zahlwerte für die Schallabsorption definiert, deren Zusammensetzung jeweils etwas unterschiedlich ist. In Europa ist der gängigste Einzahlwert der Schallabsorption der so genannte bewertete Schallabsorptionsgrad αw, während im englischsprachigen Raum als Einzahlwerte der Schall- absorption eher der Noise Reduction  Coefficient (NRC) oder der Sound Absorption Average (SAA) verwendet werden.

In Europa gebräuchliche Einzahlangaben

 

Bewerteter Schallabsorptionsgrad αw  (DIN EN ISO 11654): Für die Ermittlung des bewerteten Schallabsorptionsgrades αw  wird zunächst aus jeweils drei Terzwerten der Mittelwert für die Oktavmittenfrequenzen zwischen  125 Hz und 4000

Hz gebildet. Aus 18 Terzwerten werden so 6 Oktavwerte. Der Mittelwert für die jeweilige  Oktave wird auf 0,05 gerundet und als praktischer Schallabsorptionsgrad αp bezeichnet. Der praktische Schallabsorptionsgrad αp zwischen 250 Hz und 4000 Hz wird anschließend mit einer Bezugskurve aus der DIN EN 11654 verglichen. Aus diesem Vergleich lässt sich der bewertete Schallabsorptionsgrad αw als Einzahlwert ablesen.

Abweichungen um mehr als 0,25 zwischen  Kurve und Bezugskurve werden mit Formindikatoren L, M oder H gekennzeichnet, je nachdem, ob sie bei 250 Hz (L), bei

500 Hz bzw. 1000 Hz (M) oder bei 2000 Hz bzw.

4000 Hz (H) auftreten.

So ergeben sich Angaben  wie αw  = 0,65 (H), αw  = 0,20 oder αw  = 0,80 (LM).

In den USA gebräuchliche Einzahlangaben

 

NRC (ASTM 423):

Die im amerikanischen Raum verbreitete Größe NRC (Noise Reduction  Coefficient) wird ermittelt, indem aus vier Terz- werten für den Schallabsorptionsgrad (250 Hz, 500 Hz,

1000 Hz und 2000 Hz) der Mittelwert gebildet wird und dieser anschließend auf 0,05 genau gerundet wird. Liegt genau die Mitte der durch 0,05 teilbaren Zahlen vor, so wird stets aufgerundet (Beispiel: 0,625 => 0,65; 0,675 => 0,70).

 

SAA (ASTM 423):

Die ebenfalls im amerikanischen Raum genutzte Größe SAA (Sound Absorption Average) wird ermittelt, indem aus den zwölf Terzwerten für den Schallabsorptionsgrad zwischen

200 Hz und 2500 Hz der Mittelwert gebildet wird und dieser anschließende auf 0,01 genau gerundet wird.

 

 

 Anhand des Werts von αw  kann eine Klassifizierung in Schallabsorber- klassen vorgenommen werden. Werte für αw  von mehr als 0,90 werden beispielsweise der Schallabsorberklasse A zugeordnet, Werte zwischen

0,15 und 0,25 der Schallabsorberklasse E.

Schallabsorberklassen       αw-Wert

 

A                                            0.9-1.00

B                                            0.80-0.85

C                                            0.60-0.75

D                                            0.3-0.55

E                                            0.15-0.25

nicht klassifiziert                 0.00-0.01

 

 

 

Vor-und Nachteile der Einzelangaben:

  • Vorteil: Schallabsorber lassen sich grob klassifizieren und sind damit untereinander vergleichbar.
  • Nachteil: Eine Einzahlangabe der Schallabsorption stellt grundsätzlich eine starke Vereinfachung dar. Schallabsorber mit ganz unterschiedlichen Absorptionsspektren können identische Werte als Einzahlangabe erhalten. Im Einzelfall kommt so vielleicht ein Schallabsorber zum Einsatz, der unter den gegebenen Bedingungen ungeeignet ist. Frequenzen unterhalb von 200 Hz werden nicht berücksichtigt. 

Arten von Schallabsorbern

Schallabsorber lassen sich im Rahmen der akustischen Büroraumgestal- tung an unterschiedlichsten Stellen im Raum einsetzen. Hierbei lassen sich drei Gruppen bilden:

Schallabsorber für die Deckengestaltung

Die größte Gruppe schallabsorbierender Materialien stellen die Akustik- decken dar. Sie haben den Vorteil, dass meist genügend Fläche zur Verfügung steht.

Bei thermoaktiven Decken besteht jedoch in der Regel keine Möglichkeit, Akustikdecken flächig zu installieren. In diesem Fall können spe- zielle Bafflesysteme oder Segel eingesetzt werden, durch die die Roh- decke nach wie vor thermisch  abstrahlen kann, die aber dennoch zumindest einen Teil der erforderlichen Schallabsorption in den Raum einbringen.

Es gibt zudem Schallabsorber, die im Deckenbereich gezielt in den Raumkanten positioniert werden; in der Regel, um insbesondere eine Bedämpfung der tiefen Frequenzen zu gewährleisten. Diese werden in Abbildung 21 als Kantenabsorber bezeichnet.

Schallabsorber für die Wandgestaltung

Neben den Schallabsorbern für die Deckengestaltung gibt es Schallab- sorber, die in erster Linie für den Einsatz im Wandbereich entwickelt wurden. Diese Absorber sollten insbesondere in Bereichen, die im täglichen Gebrauch berührt oder angestoßen werden, ausgesprochen robust sein. Dennoch lassen sich auch textile Materialien wie Vorhänge oder Paneele mit Stoffoberflächen gezielt zur Schallabsorption ein- setzen.

In einigen Fällen können Absorber an den Wänden als Alternative  zu Akustikdecken eingesetzt werden. In der Regel findet man allerdings Kombinationen aus beiden,  denn aus raumakustischer Sicht ist es grundsätzlich günstig, einen Raum in allen drei Dimensionen zu bedämpfen, da sich auch der Schall in alle drei Raumrichtungen ausbreitet.

In Einrichtungsgegenstände integrierte Schallabsorber

Als vierte Gruppe können Einrichtungselemente genannt werden, die auf ihre schallabsorbierende Wirksamkeit hin optimiert worden sind. Dies sind zum einen Stellwände mit schallabsorbierenden Oberflächen. Darüber hinaus gibt es mittlerweile ein umfassendes Angebot an schall- absorbierenden Schränken, Schreibtischelementen oder sogar ganzen Raum-in-Raum-Systemen, die in die raumakustische Planung von Büros einbezogen werden können. Auch Gegenstände wie z. B. Leuchten mit speziellen Segeln oder Heizkörper können mit entsprechenden Oberflächen schallabsorbierende Eigenschaften aufweisen.

 

Der Vorteil von Einrichtungselementen mit integrierten Absorbern liegt darin, dass sie zum einen sehr flexibel eingesetzt werden können, wenn an einem Gebäude keine baulichen Maßnahmen realisierbar  sind. Zum anderen können sie im Rahmen ihrer Funktionalitität dicht an Schall- quellen im Raum positioniert und damit gezielt auch zur Lärmvermeidung eingesetzt werden.

 

Arten von Schallabsorbern
Arten von Schallabsorbern

Einstellung der  Nachhallzeit

 

Der Wert für die optimale Nachhallzeit eines Raums ergibt sich entsprechend den Empfehlungen der DIN 18041 unmittelbar aus dessen Größe und Nutzung.

Anhand der Sabineschen Nachhallformel kann die Fläche an schall- absorbierenden Materialien ermittelt werden, die erforderlich ist, um die optimale Nachhallzeit zu erzielen.

Hierbei sind zunächst die in jedem Fall vorhandenen Oberflächen wie Fenster, Türen, Bodenbeläge usw. zu berücksichtigen und darüber hin- aus die Flächen von zusätzlichen Materialien zu bestimmen, die in der Summe zu dem vorgegebenen Wert für die Nachhallzeit führen.  Entweder reicht hierzu ein Material allein aus, oder es kann auch mit einer Kombination verschiedener Schallabsorber gearbeitet werden. In der Praxis werden oft unterschiedliche Schallabsorber im Decken- und Wandbereich eingesetzt, auch schallabsorbierende Objekte wie Stellwände oder Schränke kommen  zunehmend zum Einsatz.

Sprachverständlichkeit

Neben der Nachhallzeit als akustische Kenngröße eines Raums existieren weitere raumakustische Parameter, von denen  im Hinblick auf Büroräume die Sprachverständlichkeit genannt werden kann. Selbst bei gleicher Nachhallzeit in verschiedenen Räumen kann es zu einem sehr unterschiedlichen Maß an Sprachverständlichkeit kommen. Im Allgemeinen gilt: Je kürzer die Nachhallzeit ist, desto besser ist die Sprachverständlichkeit. Dies trifft jedoch nur zu, wenn die Sprachverständlichkeit nicht durch hohe Hintergrundgeräusche oder andere störende Schalle beeinträchtigt wird.

Bei der Planung von Büroräumen spielt die Sprachverständlichkeit eine wichtige  Rolle. Oft fühlen sich Mitarbeiter gerade durch gut verständliche Gespräche von Kollegen untereinander oder am Telefon gestört. Aufgabe der raumakustischen Planung ist es dann, die Sprachverständlichkeit zu reduzieren. Andererseits ist in Konferenzräumen und Auditorien  die Sprachverständlichkeit ohne eine gezielte Optimierung häufig zu gering.

Die klassische Methode zur Messung der Sprachverständlichkeit in Räumen ist die systematische Befragung  einer ausreichend großen Anzahl von Personen mit genormten Listen von Silben und Sätzen. Dieses Vorgehen ist jedoch mit großem Aufwand verbunden und wird daher meist nur im Zusammenhang mit Forschungsfragen durchgeführt.

Auf der Grundlage derartiger subjektiver Untersuchungen wurden physikalische Messgrößen zur Beschreibung der Sprachverständlichkeit entwickelt. Eine weit verbreitete Größe ist der Sprachübertragungsindex (Speech Transmission Index STI). Der STI-Wert  oder auch vereinfacht der RASTI (Rapid Speech Transmission Index) berücksichtigt sowohl den Einfluss von Nachhall als auch den Schallpegel  von Störgeräuschen. Die folgende Tabelle gibt eine Zuordnung zwischen  messbaren STI- bzw. RASTI-Werten und der zugehörigen Sprachverständlichkeit.

 

Wertebereich STI          Sprachverständlichkeit

 

0,75 … 1,00                     sehr gut

0,60 … 0,75                     gut

0,45 … 0,60                     befriedigend

0,30 … 0,45                     schlecht

0,00 … 0,30                     sehr schlecht

 

Grundlage der STI-Messung ist eine Erfassung der Übertragung zwischen einer Schallquelle (Sprecher) und einem Empfangspunkt (Hörer). Je stärker die Übertragung durch den Einfluss des Raums (Nachhall, Abschirmung, Echos, …) oder die akustische Umgebung (Hintergrund- pegel, weitere Schallquellen, …) gestört wird, desto geringer ist die Sprachverständlichkeit bzw. desto kleiner ist der STI-Wert.

 

Dieser Effekt ist zu beobachten, wenn bei ungünstigen raumakustischen Bedingungen eine schlechte  Sprachverständlichkeit durch ein Anheben der Sprechlautstärke (Pegelerhöhung) kompensiert wird.

 

In einigen spezifischen Anwendungsfällen kann eine zu hohe Sprach- verständlichkeit durch künstliches Einspielen von Geräuschen (meist Rauschsignale) reduziert werden. Dieser Effekt wird technisch durch so genannte „Sound masking“-Systeme umgesetzt. Für die Büroraumgestaltung geeigneter ist jedoch der Einsatz von Schallschirmen, die

z. B. in Form von Raumgliederungswänden oder Schränken in vielfältiger Form zur Verfügung stehen. Ihre Wirkungsweise wird im folgen- den Abschnitt erläutert.

Schallschirmung

Um die Raumakustik in Büroräumen zu optimieren, ist das akustische Umfeld der Arbeitsplätze lokal so zu gestalten, dass die Störungen untereinander minimal gehalten werden.

Ausbreitung des Schalls

Für diese Herangehensweise ist es sinnvoll, sich die prinzipiellen Ausbreitungswege des Schalls in einem Raum zu vergegenwärtigen: In Abbildung 22 sind schematisch  die verschiedenen Schallausbreitungswege  in einem Raum dargestellt. Neben dem Direktschall kommt es zur Schallübertragung durch Reflexionen an Wänden und Decke. Je nach Schallabsorptionsgrad der vorhandenen Decke und der Wände wird stets ein Teil des auftreffenden Schalls zurückgeworfen, so dass es zu einer Rückwirkung des ausgesandten Schalls durch Reflexion bzw. Streuung kommt.

Die Direktübertragung des Schalls von einer Quelle zu einem Empfänger kann durch den Einsatz von Schallschirmen unterbrochen werden. Schallschirme können Stellwände, Aufsätze auf Schreibtischen, ein frei im Raum positionierter Schrank oder auch eine freistehende Wand sein.

 

 Bei der Planung und Auswahl geeigneter Schallschirme ist das Phänomen der „Schallbeugung“ zu beachten. Der so genannte Beugungsschall wird nicht an einer Raumbegrenzungsfläche reflektiert, sondern

„beugt“ sich über die Kanten eines Hindernisses (z. B. eines Schall- schirms). An einem Arbeitsplatz hinter einem Schallschirm (Hörort) kommt daher sowohl Schall in Form von Reflexionen von Decken, Wand und Boden als auch Beugungsschall an (siehe Abbidung 23). Dessen Schalldruck ist jedoch immer geringer als der des Direktschalls ohne Schallschirmung. Wie viel Schall in Form von Beugungsschall übertragen wird, hängt zum einen von der Höhe des Schallschirms und zum anderen von dessen Form ab. Beugung und Reflexion sind zudem im Allgemeinen stark frequenzabhängige Effekte, die beim Einsatz von

Schallschirmen berücksichtigt werden müssen.

Schematische Darstellung der Schallausbreitung in einem Raum
Schematische Darstellung der Schallausbreitung in einem Raum
 Schematische Darstellung der Wirkungsweise von Schallschirmen
Schematische Darstellung der Wirkungsweise von Schallschirmen
Schematische Darstellung von der Schallausbreitung  in einem Raum
Schematische Darstellung von der Schallausbreitung in einem Raum
Schematische Darstellung von der Wirkungsweise von verschiedenen Schallschirmen
Schematische Darstellung von der Wirkungsweise von verschiedenen Schallschirmen

Begrenzung des Schalls

Schallschirme sollten ein gewisses Flächengewicht besitzen und die Fläche zudem luftundurchlässig sein, um ein Mindestmaß an Schall- dämmung aufzuweisen. Zusätzlich können Schallschirme auf einer oder auf beiden Seiten schallabsorbierend ausgestattet werden. Dann trägt neben  dem Effekt der Schallschirmung auch die Schallabsorption zur Pegelminderung im Raum bei.

Ist nur eine Seite eines Schallschirms absorbierend ausgestattet, sollte diese der Geräuschquelle zugewandt sein, um eine Ausbreitung in den Raum hinein frühzeitig zu verhindern.

Bei der Ermittlung der optimalen Höhe eines Schallschirms ist insbesondere die Raumhöhe von Bedeutung. Das Verhältnis von der Schirmhöhe zur Raumhöhe hat ebenso Einfluss auf die abschirmende Wirkung wie die Entfernung zwischen  Quelle und Empfänger. Hohe Schirme sind bei kurzen Entfernungen zwischen  Quelle und Empfänger am effektivsten. Optimal ist ein Verhältnis von Schirmhöhe zu Raumhöhe von mehr als

0,5. Gerade bei kurzen Entfernungen zwischen  Quelle und Empfänger lässt sich durch Einfügung eines Schallschirms eine Pegelminderung von bis zu 10 dB erreichen.

 

Merkregeln zum Einsatz von Schallschirmen:

 

  •  Der Schallschirm sollte möglichst dicht an der „Schall- quelle“ positioniert sein, von der die Störungen ausgehen.
  •  Zum Schallschutz sind Schallschirme zu bevorzugen, die nicht nur eine einfache Wand darstellen (I-Aufsicht), sondern stattdessen ihre Raumrichtung ändern  und so die Schallquelle zumindest teilweise  umfließen (H- oder L-Aufsicht).
  • – Schallschirme entfalten nur dann ihre volle Wirksamkeit, wenn die sie umgebenden Flächen selbst nicht reflektierend sind. Der Effekt einer Stellwand fällt also relativ geringer aus, wenn sie unterhalb einer stark reflektierenden Decke bzw. seitlich neben  einem unverkleideten Fenster  aufgestellt ist. Bei der Positionierung eines Schallschirms sollten benachbarte Raumbegrenzungsflächen deshalb möglichst auch absorbierend sein.
  •  Schallschirme sollten nach Möglichkeit bündig an die angrenzenden Raumbegrenzungsflächen oder Einrichtungselemente anschließen. Ritzen und Spalten senken die schallschirmende Wirkung deutlich herab. Für eine optimale Wirkung sollte die Schirmhöhe mindestens die Hälfte der Raumhöhe betragen.

 

Planungsbeispiele

 

Einzelbüro

 

Im 1-Personen-Büro ist zunächst grundsätzlich zu beachten, dass die Nachhallzeit in dem Raum einen der Größe des Raums angemessenen Wert annimmt. Dies ist entweder durch die Belegung der Decke mit schallabsorbierenden Materialien oder durch andere Schallabsorber zu erreichen.

Ein Teppichboden kann ein raumakustisches Konzept in günstiger Weise ergänzen und hat darüber hinaus grundsätzlich einen positiven Einfluss auf Geräusche, die durch Schritte, Fallgeräusche u. ä. entstehen können. Als einzige raumakustische Maßnahme ist ein Teppichboden hingegen nicht geeignet, da das Absorptionsverhalten von Teppichböden sehr frequenzspezifisch ist. Dies gilt grundsätzlich auch für alle im Folgenden betrachteten Räume.

Ferner sollte durch die Einrichtung sichergestellt werden, dass sich keine glatten Wände gegenüberliegen. Parallele glatte Wände können im Raum, unabhängig von dessen Größe, zur Ausbildung deutlich hörbarer Reflexionen, so genannter Flatterechos, führen.  Dieses kann zu unangenehmen Effekten in der Geräuschwahrnehmung führen und somit die Nutzung des Raums gegebenenfalls sehr einschränken. Eine Vermeidung von größeren zusammenhängenden reflektierenden Oberflächen ist durch die Einrichtung mit Schränken, Regalen, Bilderrahmen, Pinnwänden, Vorhängen oder Lamellen, Garderoben, Zimmerpflanzen etc. denkbar. Eine gezielte Positionierung der Schallabsorber ist deshalb im

Einzelbüro  üblicher Größe in der Regel nicht erforderlich

 

 

Schall im Einpersonenbüro
Schall im Einpersonenbüro

2-Personen-Büro

 

Sobald sich mehr als eine Person in einem Büro aufhält und auch ein gleichzeitiges Sprechen erwünscht ist, sind neben  der angemessenen Nachhallzeit auch die Positionierung der Schallabsorber sowie abschirmende  Maßnahmen in die Planung einzubeziehen.

Günstig für die Positionierung der Schallabsorber erweist sich in jedem Fall die Deckenfläche über den Arbeitsplätzen. Sofern eine Akustik- decke nicht realisierbar  ist, kann stattdessen ein schallabsorbierendes Segel über den Arbeitsplätzen installiert werden.

Zudem sollte ein Aufsatz zwischen  den Arbeitsplätzen, die sich in den dargestellten Beispielen gegenüberliegen, die Übertragung von Direkt- schall zwischen  den Mitarbeitern unterbinden. Zu diesem Zweck sollte der Aufsatz schallabsorbierend sein und über eine Höhe von wenigs- tens 0,70 m verfügen, so dass die direkte Verbindung zwischen  Sprecher und Hörer unterbrochen wird.

Sofern die Wände in die raumakustische Gestaltung einbezogen werden, sind alle Flächen nahe von Sprecherpositionen günstig für die Anordnung von Schallabsorbern, also eventuell die Wandflächen hinter den Mitarbeitern oder auch die Wandflächen flankierend an dem Besprechungsansatz. Auch im 2-Personen-Büro sollte im Rahmen der Einrichtungsplanung vermieden werden, dass sich größere glatte

Wandabschnitte gegenüberliegen.

Schall im Gruppenbüro
Schall im Gruppenbüro

Gruppenbüro

 

Was für das 2-Personen-Büro gilt, ist ebenso im Hinblick auf das Gruppenbüro zu berücksichtigen: Erste Priorität hat zunächst das Einstellen der Nachhallzeit auf einen der Raumgröße angemessenen Wert. Die Decke als Position für Schallabsorber ist auch hier grundsätzlich günstig, zumindest aber über den Arbeitsplätzen und über lärmintensiven Be- reichen wie z. B. den Tischen für Drucker,  Fax und Kopierer dringend erforderlich. Zur Reduzierung des Direktschalls sollten gegenüber- liegende Schreibtische durch einen mindestens 70 cm hohen,  möglichst schallabsorbierenden Aufsatz voneinander abgeschirmt sein. Ferner können geschlossene Regale, Schränke, Stellwände oder spezielle Raumgliederungssysteme dazu herangezogen werden, um Arbeitsbereiche auch akustisch voneinander abzugrenzen. Diese können gleichzeitig für Privatheit am Arbeitsplatz sorgen  und bei Bedarf unerwünschten Lichteinfall abschirmen. Schallschirme sollten grundsätzlich bündig an Begrenzungsflächen anschließen, da bereits ein schmaler Spalt aus- reicht, um die schalldämmende Wirkung eines solchen Elements

deutlich herabzusetzen.

Insgesamt ist bei der raumakustischen Gestaltung eines Gruppenbüros stets eine Abwägung zwischen  der meist beabsichtigten optisch offenen Gestaltung und der akustischen Abgrenzung zu treffen, denn beide

Ziele sind zunächst einander entgegengesetzt. Am Ende des Planungsprozesses sollte ein Kompromiss beiden Aspekten  genügend Raum geben.

Im Gruppenbüro besteht durch die Einrichtung in der Regel weniger die Gefahr, dass sich größere glatte Wandabschnitte einander gegen- überliegen, durch die ein Flatterecho entstehen könnte. Dennoch sollte diesem Aspekt Beachtung  geschenkt werden.

Beispiel Schall im Gruppenbüro
Beispiel Schall im Gruppenbüro

Vortragsraum / Besprechungsraum

 

Die Besonderheit eines Vortragsraums besteht darin, dass durch die Vorgaben mit Leinwand,  Beamer und gegebenenfalls Sprecherpult eine Raumrichtung vorgegeben ist, die sich auch in der raumakustischen Planung niederschlagen sollte.

Die Anordnung der Schallabsorber und der reflektierenden Flächen sollte dazu beitragen, dass der Sprecher ohne besondere Anstrengungen auf allen Plätzen der Zuhörer gut verstanden werden kann. Schallabsorber im Deckenbereich sollten deshalb vornehmlich in hinteren Feldern des Raums sowie an den Seiten platziert werden, während in jedem Fall die Fläche über der Sprecherposition und nach Möglichkeit auch die mittlere Deckenfläche schallreflektierend zu belassen  ist.

Die Rückwand  des Raums sollte – zumindest in Sprecher- und Hörer- höhe – schallabsorbierend gestaltet sein. Grund hierfür ist, dass es für die Wahrnehmung der Zuhörer günstiger ist, wenn ausschließlich der Direktschall des Sprechers und reflektierte Schallanteile von den Seitenwänden und keine Reflexionen von der Rückwand  bei den Zuhörern eintreffen.

Hinsichtlich der Nachhallzeit ist bei einem Vortragsraum eher die Nutzung „Sprache“ anzuwenden, die grundsätzlich eine höhere Nachhallzeit vorsieht als bei der Nutzung „Unterricht und Kommunikation“. Dies trägt dem Umstand Rechnung, dass in einem entsprechenden

Raum stets nur eine Person zu einer Zeit spricht und hier ein Verstehen für alle Anwesenden generell erwünscht ist.

 

Sofern in einem Besprechungsraum weniger die Ein-Sprecher-Situation im Frontbereich gegeben ist, sondern Besprechungen eher „am runden Tisch“ in der Weise ablaufen, dass von verschiedensten Positionen und zum Teil auch zeitgleich gesprochen wird, sollte sich dies auch in der Gestaltung der Decke niederschlagen, die dann zu allen Seiten schallabsorbierend ausgeführt sein und allenfalls über dem Tisch einen reflektierenden Bereich aufweisen sollte. Ferner muss sich in diesem Fall die Nachhallzeit eher an der Nutzung „Kommunikation  und Unterricht“ orientieren.

Akustik im Vortragsraum
Akustik im Vortragsraum

Cafeteria

 

In Cafeterien hat zunächst die Einstellung einer optimalen Nachhallzeit oberste Priorität. Gemäß den Empfehlungen der DIN 18041 kann hier- bei ein vereinfachtes Verfahren angewendet werden. Die DIN 18041 beinhaltet eine Tabelle, die dem Raum je nach Geschosshöhe und bewertetem Schallabsorptionsgrad αw  des eingesetzten Schallabsorbers eine prozentuale Belegung der Deckenfläche bzw. alternativ der Wandflächen vorgibt. Im Falle einer Cafeteria  ist beispiels- weise bei normaler Geschosshöhe von 2,50 m 70 % der Deckenfläche mit einem Schallabsorber zu belegen, der über einen bewerteten Schall- absorptionsgrad von 0,70 verfügt.  Verfügt der Schallabsorber über

einen bewerteten Schallabsorptionsgrad von 0,50, so ist die gesamte Deckenfläche zu belegen. Bei Räumen mit einer Höhe von 3,00 m und einem Schallabsorber, der über einem Schallabsorptionsgrad von 0,70 verfügt,  muss ebenfalls nahezu  die gesamte Deckenfläche mit diesem Schallabsorber belegt  werden.

 

Eine Abschirmung der Tische untereinander ist zunächst nicht erforderlich, sollte jedoch für solche Bereiche vorgesehen werden, die auch einer gewissen Vertraulichkeit genügen sollen.

 

Liegen sich, wie in dem unten dargestellten Beispiel, stark reflektierende Flächen (z. B. zwei Glasfassaden) gegenüber, sollten schallabsorbierende Vorhänge  eingeplant werden, die diese zusammenhängenden reflektierenden Flächen in regelmäßigen Abständen unterbrechen. Ebenso sind an den sich gegenüberliegenden Wandflächen entsprechende Maßnahmen zu treffen, sofern nicht bereits durch die Einrichtung eine Unterbrechung der glatten Oberflächen gegeben ist. Grundsätzlich ist es von Vorteil, wenn ca. ein Viertel bis ein Drittel der schallabsorbierenden Flächen im Wandbereich vorliegt.

Schall in einer Cafeteria
Schall in einer Cafeteria